Verbraucher

Inflation klettert in Deutschland über zwei Prozent

Teures Öl hat die deutsche Inflationsrate im Februar zum ersten Mal seit fast zweieinhalb Jahren über die kritische Marke von zwei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt meldete.

"Eine höhere Inflationsrate wurde zuletzt im Oktober 2008 mit 2,4 Prozent ermittelt", hieß es. Nur bei Werten knapp unter zwei Prozent spricht die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen. Weil auch die Inflation in der Euro-Zone anzieht, hat die Zentralbank für April Zinserhöhungen angedeutet. So will sie die Teuerung bremsen.

Preistreiber Nummer eins war im Februar Energie. Leichtes Heizöl kostete fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Diesel verteuerte sich um 20,4 und Superbenzin um 9,2 Prozent. Grund dafür sind steigende Weltmarktpreise für Rohöl, das wegen der Unruhen in arabischen Förderländern wie Libyen so teuer ist wie seit 2008 nicht mehr. Für Strom mussten die Verbraucher 7,5 Prozent mehr und für Gas 3,5 Prozent mehr bezahlen. Auch die Preise für Nahrungsmittel zogen mit 3,4 Prozent kräftig an.

Die starke Teuerung lässt Experten an dem von der Bundesregierung erwarteten Konsumboom zweifeln. "Mir persönlich fällt es schwer nachzuvollziehen, dass der Konsum dieses Jahr die Konjunkturlokomotive spielt", sagte Gert Wagner, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen erwartet für dieses und nächstes Jahr sogar eine durchschnittliche Inflationsrate von jeweils rund 2,5 Prozent.

Auch in China stieg im Februar die Inflation. Die Verbraucherpreise wuchsen um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders stark stiegen mit einem Plus von elf Prozent wieder die Nahrungsmittelpreise. Sonstige Güter wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent teurer.