Ausstieg

BASF trennt sich endgültig von Salzhersteller K+S

BASF hat sich auch von den letzten Aktien seiner ehemaligen Tochter K+S getrennt. Der größte Chemiekonzern der Welt verkaufte nach eigenen Angaben etwa 19,7 Millionen Aktien des Salz- und Düngemittelproduzenten aus Kassel an institutionelle Investoren.

BASF bekam 50,00 Euro pro Anteilschein. Der Veräußerungsgewinn vor Steuern betrug rund 900 Millionen Euro. BASF will mit dem Geld Schulden tilgen. Bis Ende 2010 hatte der Konzern 13,5 Milliarden Euro Verbindlichkeiten. Der Chemiekonzern hatte zuletzt noch 10,3 Prozent an seiner ehemaligen Tochter gehalten. Bis Ende der 90er-Jahre hatte sich BASF schrittweise von der Mehrheitsbeteiligung an K+S getrennt.

Nach dem Ausstieg des Großaktionärs muss K+S jetzt stärker denn je um seine Eigenständigkeit fürchten. Weil der Streubesitz der Kasseler auf fast 90 Prozent gestiegen ist, könnte der Konzern leichter ins Visier großer Minenkonzerne geraten. "Nach dem Ausstieg von BASF wird eine Übernahme von K+S wahrscheinlicher", sagte Analyst Harald Gruber von Silvia Quandt Research.

Experten halten es für wahrscheinlich, dass auch der zweite verbliebene Großaktionär, der russische Konkurrent EuroChem, seine Anteile verringert. "Er könnte das K+S-Aktienpaket mit einem Aufschlag an einen Interessenten veräußern", sagte Gruber. "Potenzielle Käufer von K+S sind alle großen Minenkonzerne - in erster Linie also BHP Billiton, Vale und Rio Tinto." Aus kartellrechtlichen Gründen käme eine Übernahme von K+S durch andere Düngemittelhersteller wie den US-Konzern Potash aber wohl nicht infrage.

K+S will ein Angebot nicht grundsätzlich ablehnen. "Wenn jemand kommt und sagt, er wolle sich mit K+S beschäftigen, werden wir uns auch damit auseinandersetzen", sagte Firmenchef Norbert Steiner. Derzeit habe K+S aber keine Hinweise auf ein solches Vorhaben.