Börse

Keine Chance für Steuer auf Spekulation

Ein überraschender Vorstoß Großbritanniens zur Einführung einer globalen Finanzmarktsteuer spaltet die mächtigsten Wirtschaftsnationen. Die USA und Kanada, aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF) erteilten dem Vorschlag des britischen Premiers Gordon Brown für eine Abgabe auf weltweite Finanztransaktionen eine Absage.

"Das ist nichts, zu dessen Unterstützung wir bereit wären", sagte US-Finanzminister Timothy Geithner nach einem Treffen der Finanzpolitiker der wichtigsten Wirtschaftsnationen und Schwellenländer (G20) im schottischen St. Andrews.

Damit stellte sich Geithner auch gegen die Linie der Bundesregierung, die bisher für eine solche Steuer plädiert hatte. Browns Vorschlag beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs war ein Kurswechsel in der Londoner Finanzpolitik. Er forderte, Banken bei der Bewältigung der Krisenlasten stärker zur Kasse zu bitten und sprach sich erstmals deutlich für eine globale Besteuerung von Finanzgeschäften von Banken, Versicherungen und Investmentfonds aus.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüßte Browns Vorstoß für eine Besteuerung von Finanzkonzernen. Schon Bundeskanzlerin Angela Merkel und sein Vorgänger Peer Steinbrück (SPD) hätten sich für eine solche Steuer eingesetzt, sagte Schäuble während seines ersten internationalen Auftritts als Finanzminister. Auf dem Weltfinanzgipfel Ende September in Pittsburgh hatten die G20 beschlossen, Möglichkeiten und Instrumente auszuloten, wie die mit Staats-Geld gestützte Finanzwirtschaft am Abbau der ungeheuren Krisenlasten stärker beteiligt werden könnte.