Barack Obama

Dinner mit der Technologie-Elite

Trotz seiner beruflichen Auszeit hat der kranke Apple-Chef Steve Jobs an einem Treffen von US-Präsident Barack Obama mit Managern von Hightech-Unternehmen teilgenommen. Bei dem Gespräch in Woodside bei San Francisco ging es unter anderem um Investitionen, Arbeitsplätze und Bildung, wie ein Sprecher Obamas meldete. Teilnehmer waren auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der scheidende Google-Vorstandschef Eric Schmidt und der Chef des SAP-Rivalen Oracle, Larry Ellison.

Über Jobs' Gesundheitszustand wird seit Januar spekuliert. Damals verkündete der Apple-Chef, er werde das Tagesgeschäft aus gesundheitlichen Gründen eine Zeit lang ruhen lassen. Seither wird spekuliert, wie krank Jobs ist. 2004 wurde er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert und galt als geheilt, 2009 bekam er eine neue Leber.

Das US-Boulevardblatt "National Enquirer" hatte am Donnerstag Fotos veröffentlicht, die angeblich Jobs beim Besuch einer Krebsklinik im Silicon Valley zeigen. Sowohl eine Sprecherin als auch Apple selbst lehnten einen Kommentar ab. Nach dem Bericht sank der Kurs der Apple-Aktie. Jobs wird wie kaum ein anderer Firmenchef mit seinem Unternehmen gleichgesetzt und steht für Produkte wie den Musikspieler iPod, das Mobiltelefon iPhone oder den Tablet-Computer iPad. Alle drei Geräte revolutionierten den Markt. Nach einer zwölfjährigen Auszeit kehrte er 1996 zu Apple zurück und rettete die Firma vor dem Untergang. Zuletzt überholte der Börsenwert Apples sogar den des US-Softwarekonzerns Microsoft.

Bei dem Abendessen mit der Elite der US-Technologieszene am Donnerstag auf dem Anwesen von Risikokapitalgeber John Doerr waren keine Journalisten zugelassen. Zwölf Topmanager waren gekommen. Wer fehlte? Léo Apotheker, Chef von Hewlett-Packard, auch Microsoft-Chef Steve Ballmer verzichtete. Details des Treffens wurden nicht bekannt.

Obama besuchte für zwei Tage die Westküste der USA, um im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit für mehr Erfindungen zu werben. Sein erklärtes Ziel ist es, die Exporte aus den USA binnen fünf Jahren zu verdoppeln. Das Land erholt sich nur langsam von der schwersten Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren und kämpft vor allem mit der Arbeitslosigkeit von knapp zehn Prozent. Seit den verlorenen Kongresswahlen im November 2010 sucht Obama demonstrativ die Nähe zu Wirtschaftsvertretern. So erklärte die Regierung, dass Intel-Chef Paul Otellini in ein Expertengremium berufen wird, das Obama in Arbeitsmarktfragen berät. Bereits im Januar wurde der Chef von General Electric, Jeffrey Immelt, zum Berater für Wirtschaftspolitik ernannt.

Derweil hat Obama ernste Probleme, seinen Haushalt durchzubekommen. Die Republikaner schalten im Streit um den öffentlichen Haushalt auf stur. Sollten die Demokraten ihren Sparvorschlägen nicht zustimmen, wäre die Regierung bald gezwungen, Ämter zu schließen und Beamte zu entlassen. In dem Anfang der Woche vorgelegten Etatentwurf von Obama klafft eine Lücke von 1,65 Billionen Dollar (1,22 Billionen Euro). Das entspricht fast elf Prozent der US-Wirtschaftsleistung - so viel wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Obama will zwar sparen, doch seine Vorschläge gehen den Republikanern nicht weit genug.