Justiz

Arcandor-Pleite: Middelhoff verklagt Insolvenzverwalter

Thomas Middelhoff, ehemaliger Chef des insolventen Arcandor-Konzerns, steht offenbar ein weiterer Gerichtsprozess bevor. In diesem Fall stößt Middelhoff das Verfahren sogar selbst an: Er ließ ankündigen, dass er gegen den ehemaligen Insolvenzverwalter von Arcandor, Klaus Hubert Görg, eine Strafanzeige wegen versuchten Prozessbetruges stellen werde.

Zu Arcandor gehörten das Versandunternehmen Quelle und die Warenhauskette Karstadt. Der Konzern meldete im Juni 2008 Insolvenz an. Quelle ist inzwischen abgewickelt, Karstadt gehört dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen.

Mit seiner Klage reagiert Middelhoff auf die Schadenersatz-Klage, die Görg gegen den ehemaligen Konzernvorsitzenden und weitere ehemalige Verantwortungsträger aus dem Arcandor-Vorstand und Aufsichtsrat angestrengt hat. Görg fordert im Zusammenhang mit umstrittenen Immobiliengeschäften bei fünf Karstadt-Gebäude und die Oppenheim-Esch-Fonds 175 Millionen Euro. In dieser Sache ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Bochum seit Längerem gegen Middelhoff.

"Es fehlt jedwede Pflichtwidrigkeit meines Mandanten Thomas Middelhoff, es gibt keinen dadurch entstandenen Schaden und erst recht keinen Schaden in dieser Höhe. Herr Görg hat in seiner Klage wesentliche Umstände wissentlich unterschlagen", meldete der Anwalt Winfried Holtermüller, der Middelhoff in dieser Sache vertritt. Görg habe bei seiner Klage handwerkliche Fehler gemacht. Zudem werde die "Zerstörung der persönlichen und geschäftlichen Reputation von Herrn Middelhoff" bewusst eingesetzt.