Arbeitsmarkt

EU prophezeit Deutschland ein Job-Desaster

Die EU-Kommission sagt Deutschland einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 2010 an voraus. Sie erwartet, dass die Arbeitslosenquote wegen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise von derzeit 7,7 Prozent auf 9,2 Prozent steigt.

Bislang seien die Beschäftigungszahlen in der Bundesrepublik anders als in vielen anderen Ländern stabil geblieben - hauptsächlich dank des Abbaus von Überstunden, der Kurzarbeit und der Arbeitsmarktreformen, heißt es in der EU-Konjunkturprognose. Doch kombiniert mit der momentan eher geringen Produktivität der Betriebe seien diese Krisenmaßnahmen "kaum nachhaltig". Stellenabbau sei für viele Betriebe unausweichlich.

Zwar soll sich die Wirtschaftslage insgesamt von der zweiten Hälfte des kommenden Jahres an entspannen, der Arbeitsmarkt werde dies aber nur zeitversetzt zeigen, sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia voraus. Für Deutschland bedeutet das für 2011 deshalb eine Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent. Im EU-Durchschnitt soll sie dann auf 10,9 Prozent steigen.

Der EU-Währungskommissar erklärte die Rezession für beendet, warnte aber vor Euphorie: "Es gibt nur eine schrittweise Besserung." Für Deutschland bedeutet das im kommenden Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik über dem EU-Durchschnitt von 0,7 Prozent.

In diesem Jahr allerdings wird das Bruttoinlandsprodukt EU-weit voraussichtlich um 4,1 Prozent zurückgehen, in Deutschland um fünf Prozent. Gleichzeitig wird die Neuverschuldung innerhalb der EU in diesem Jahr auf 6,9 Prozent steigen. "Der Anstieg der Schulden ist für uns ein Grund zu großer Besorgnis", kommentierte Almunia die Entwicklung.

Die Konjunkturprognosen im Vergleich unter www.morgenpost.de/wirtschaft