Arbeitsmarkt

IHK Berlin fordert Offensive gegen Fachkräftemangel

Die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) fordert mehr Engagement bei der Fachkräftesicherung. "Der Erfolg des Wirtschaftsstandortes Berlin hängt maßgeblich davon ab, wie gut es Wirtschaft und Politik gemeinsam gelingt, sich der Herausforderung Fachkräftesicherung schnell und konsequent anzunehmen", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Noch sei es nicht zu spät. "Aber wenn wir das Ruder nicht herumreißen, wird es mit der Wirtschaft in Berlin nicht weiter bergauf gehen."

Die IHK untermauerte ihre Forderung, das Thema ganz oben auf die politische und unternehmerische Agenda zu setzen, mit der Studie "Sicherung des Fachkräfteangebots in Berlin im demografischen Wandel". Neben einer Analyse der Entwicklung von Fachkräfteangebot und -nachfrage sind in dem Papier eine Reihe von Empfehlungen an Unternehmen und Politik aufgeführt. So rät die Kammer Firmen, gezielt Studienabbrecher anzusprechen, um sie als Azubis zu gewinnen.

Dem Senat schlägt die IHK vor, eine Agentur zur Anwerbung auswärtiger Fachkräfte einzurichten. Sie könnte bei der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner angesiedelt werden, sagte IHK-Bildungsgeschäftsführer Christoph von Knobelsdorff. Außerdem forderte der Experte, zu hohe Hürden bei der Zuwanderung abzubauen.

Nach Einschätzung von Eder sind rund 15 Prozent der Berliner Schulabgänger nicht ausbildungsfähig. Laut der Senatsarbeitsverwaltung wird die Zahl der Bewerber 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3187 auf 42 486 abnehmen. Für sie gebe es 45 892 Angebote.