Wirtschaftswachstum

17 000 neue Stellen in Berlin

Nirgendwo in Deutschland ist der Stellenzuwachs so groß wie in der Hauptstadtregion: Binnen eines Jahres wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um ein Prozent auf 2 754 900 Personen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldete.

In Deutschland nahm die Zahl der Beschäftigten lediglich um 0,5 Prozent auf 40,48 Millionen zu.

Allerdings war der Zuwachs an Beschäftigten in Berlin und Brandenburg geringer als in den Vorjahren. 2009 hatte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,4 Prozent zugenommen, 2008 um 1,9 Prozent und 2007 sogar um 2,2 Prozent. Grund war vor allem ein geringeres Wachstum der Beschäftigten in Berlin. Während die Zahl der Erwerbstätigen dort 2009 noch um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen war, erhöhte sie sich im vergangenen Jahr um nur noch 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Brandenburg konnte im vergangenen Jahr hingegen ein Plus von 1,1 Prozent aufweisen, während 2009 die Zahl um nur 0,9 Prozent im Vergleich zu 2008 gestiegen war.

In der Hauptstadt gab es im vergangenen Jahr unter dem Strich 17 000 neue Arbeitsplätze, insgesamt wuchs ihre Zahl auf knapp 1,7 Millionen. Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sagte: "Berlin hat auch bei der Beschäftigung die Trendwende geschafft. Die Zahl der Arbeitsplätze wächst bereits seit dem Jahr 2004 stärker als im Bundesdurchschnitt." Wolf erwartet für die Hauptstadt auch in diesem Jahr einen weiteren Stellenzuwachs. "Ich rechne 2011 in der Hauptstadt mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 2,5 Prozent", sagte der Wirtschaftssenator. Dies werde sich positiv auf den Stellenmarkt auswirken. Die höchste Dynamik gab es im Dienstleistungssektor. Hier betrug das Stellenplus im vergangenen Jahr 1,3 Prozent.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht durch die Zahlen den Wirtschaftskurs der Landesregierung bestätigt. Der Zuwachs an Erwerbstätigen in Brandenburg belege erneut, "dass 2010 das deutlich beste Jahr in der jüngeren Geschichte unseres Bundeslandes war", sagte er. Ein Ausruhen auf den Erfolgen sei nun allerdings nicht angesagt. "Gute Arbeit und existenzsichernde Einkommen" stünden ganz oben auf der Tagesordnung, betonte Platzeck. Dies gelte besonders angesichts der Tatsache, dass auch die Leih- und Zeitarbeitsbranche die Zahl der Beschäftigten kräftig gesteigert habe.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zufolge erwies sich auch in seinem Bundesland vor allem der Dienstleistungsbereich als "Jobmotor". Erfreulich sei zudem der starke Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe, sagte er. "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, das die Betriebe in Brandenburg Aufträge haben und optimistisch in die Zukunft blicken."