Immobilienmarkt

Berlins teuerste Wohnstraße liegt am Tiergarten

Hobokenweg, Heidewinkel, Wiesenweg. Die unscheinbaren Namen weisen auf entlegene Dorfstraßen hin. Doch sie sind die teuersten Adressen Deutschlands. Wer hier eine Immobilie erwerben will, muss 25 000 bis 35 000 Euro je Quadratmeter auf den Tisch legen. Das Angebot ist knapp, Bauland rar, und nur selten kommt ein Geschäft zustande. In Kampen auf Sylt verkauft man nicht.

Der idyllische Promi-Ort auf der Nordsee-Insel führt ein Ranking der teuersten Wohnstraßen in Deutschland an. Doch nicht nur auf Sylt, auch in Hamburg, München, Baden-Baden und Konstanz ist der Preisanstieg ungebrochen. "Es gibt zwar auf den ersten Blick nur wenige Spitzen, aber die Nachfrage ist so hoch, dass neue Hürden bei den Top-Preisen genommen wurden", berichtet Kai Enders, Vorstand bei Engel & Völkers. Das größte Maklerhaus Deutschlands hat auf der Grundlage der Vermittlungen von anspruchsvollen Häusern und luxuriös ausgestatteten Eigentumswohnungen in seinen 200 deutschen Shops ein Ranking der teuersten Wohnstraßen zusammengestellt.

Dominiert wird die Liste der Nobelstraßen nach wie vor von Hamburg und München. Aufsteiger sind Berlin, Düsseldorf und Konstanz. In der Hauptstadt werden nahe dem Tiergarten erstmals Quadratmeterpreise von weit mehr als 8000 Euro registriert. Die Straße Am Park liegt neben dem Beisheim-Center am Potsdamer Platz.

Projektentwickler halten im Berliner Zentrum schon 10 000 Euro für möglich. Bei einem Neubau am Berliner Ensemble werden bereits 11 500 Euro angestrebt. Trotzdem gehört Berlin nicht zu den teuersten Städten Deutschlands, und auch das Niveau anderer Hauptstädte wie Paris, London, Rom oder Tokio wird längst nicht erreicht.

Zunehmend gefragt sind attraktive Wohnlagen in Konstanz. Im Alpsteinweg wurden dort im vergangenen Jahr Preise wie an der Hamburger Elbchaussee erzielt, denn auch am Bodensee wird der Blick mitgezahlt. "Bei allen teuren Straßen muss jedoch bedacht werden, dass dort nicht unbedingt jedes Objekt automatisch die registrierten Spitzenpreise erzielt", sagt Engel-&-Völkers-Vorstand Enders. "Neben der Bestlage zählen weiterhin alle wichtigen Merkmale, die eine Objektqualität bestimmen, wie etwa die Ausrichtung auf dem Grundstück, der Zustand, die Grundrisse, die richtige oder falsche Seite einer Straße."

Die Käufer in den teuersten Straßen der Bundesrepublik sind überwiegend Deutsche, zunehmend kommen aber internationale Interessenten dazu. Zu etwa drei Viertel kommen die Käufer aus Deutschland oder aus EU-Ländern wie Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Auffällig sei, berichten die Makler, dass vor allem in Berlin neuerdings sehr viele Geschäftsfrauen aus Deutschland unter den Käufern sind. Zudem nehme in der Hauptstadt die Zahl der Immobilienkäufer aus dem Mittleren Osten zu.