Die Azubi-Elf von Hertha

Berlin - Einmal hinter die Kulissen eines großen Fußballklubs zu schauen - für viele ist es der größte Traum. Für zwölf junge Berlinerinnen und Berliner ist dieser Traum wahr geworden: Sie absolvieren eine Ausbildung bei Hertha BSC. Timo Skrzypski (21) hat vor einem Jahr über ein Praktikum bei Hertha angefangen und ist hellauf begeistert. "Ich war vorher schon sieben Jahre Hertha-Fan, habe in der Ostkurve gestanden. Und jetzt sehe ich, was man als Fan normalerweise nicht sieht - das ist schon toll", sagt Timo.

Seit dem 1. September absolviert er eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann, und in seiner Zeit bei Hertha hat er schon viel erlebt. "Ich habe schon einige Male Spieler zu Autogrammstunden begleitet, großen Spaß hat mir auch die Arbeit in der Mitgliederbetreuung gemacht", erzählt Timo. "Das absolute Highlight war unsere Aktion beim Heimspiel gegen die Bayern, als wir die Skipiste am Marathontor aufgebaut haben!"

Ähnlich erlebnisreich verläuft auch für die anderen Azubis die Zeit bei Hertha - in den unterschiedlichsten Abteilungen. Pasqual Winsche zum Beispiel macht eine Ausbildung zum Sport- und Fitneßkaufmann, hat seit seinem Ausbildungsbeginn schon im Fanshop sowie in der Amateur- und Jugendabteilung gearbeitet. "An Spieltagen war das natürlich am interessantesten. Da war im Olympiashop eine ganze Menge los", so der 18jährige, der sich von seiner Ausbildung erhofft: Möglichst viel rumzukommen. In der Ausbildungszeit durchlaufen die Auszubildenden alle Abteilungen. Sie kommen auch in der Buchhaltung, im Merchandising, in der Organisation, der Presseabteilung oder im Eventbereich zum Einsatz.

Was bei Hertha BSC an den Spieltagen hinter den Kulissen abläuft, das bekommt Oliver Uschwa hautnah mit. Der 27jährige betreut dann den gesamten Außenaufbau rund um das Olympiastadion, außerdem ist er für die TV-Produktionen und den VIP-Bereich zuständig. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die auch viel Zeit in Anspruch nimmt. "Am letzten Heimspieltag war ich zum Beispiel von 10 bis 22 Uhr im Stadion", berichtet Oliver.

Auch die Fußballer selbst, um die sich bei Hertha eigentlich alles dreht, haben bei Hertha den Weg einer Ausbildung eingeschlagen. "Es ist ja wichtig, daß man neben dem Fußball auch noch ein zweites Standbein hat", sagt Marcel Prestel, frisch gebackener Deutscher Meister mit der B-Jugend und U18-Nationalspieler. Dafür läßt er sich zum Groß- und Außenhandelskaufmann ausbilden. Sascha Schrödter aus Herthas U23, außerdem U19-Nationalspieler wird Sport- und Fitneßkaufmann. Für beide besonders wichtig: "Die kundennahe Arbeit im Fanshop und im Ticketing." Der Fußball steht jedoch weiterhin im Vordergrund - die Ausbildung dauert dafür länger als gewöhnlich.

Ariane Müller hat ihre Ausbildung zur Sport- und Fitneßkauffrau schon fast beendet und kann über Hertha als Ausbilder nur Positives berichten. "Man hat hier viele Möglichkeiten, etwas dazu zu lernen und bekommt auch Gelegenheit, in den verschiedenen Abteilungen zu arbeiten", sagt Ariane, deren Ausbildung von der gemeinnützigen Fördergesellschaft "Sport für Berlin" teilfinanziert wird.

Gerade erst bei Hertha eingestiegen ist auch Florian Schröder, dem ein Praktikum in der Marketingabteilung so gut gefiel, daß er gleich bleiben wollte. "Für mich waren der Trikotlaunch in diesem Jahr oder auch die Saisoneröffnung wirklich spannend", sagt Florian, und er spricht für alle Auszubildenden, wenn er sagt: "Es gibt wirklich nicht viele coolere Jobs!"

Ganz frisch hat sich Hertha auch ein ehemaliger Jugendspieler vom FC Bayern München und der SpvGg Unterhaching angeschlossen. Filip Krstic spielt jetzt in Herthas A-Jugend und absolviert eine Ausbildung zum Verkäufer. Rainer Kübler, Leiter der Abteilung Merchandising und Lizenzen, hat seine Drähte auf aller Welt gespannt: Schon bald wird es bei Hertha auch einen chinesischen Auszubildenden geben. Xu Zhan (18) aus Peking wurde bei einem Scouting für die Hertha-Akademie entdeckt.