Energieversorger

Vattenfall verkauft seine Anteile an der Berliner Gasag

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: picture-alliance / Berliner_Zeit / picture-alliance / Berliner_Zeit/Berliner_Verlag

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will sich von Berlins größtem Gasversorger Gasag trennen. Bislang besitzt er knapp ein Drittel an dem Unternehmen. Die anderen zwei Drittel gehören ebenfalls international tätigen Energieriesen. Alle drei Eigentümer stehen in scharfer Konkurrenz zueinander.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verkauft seine Anteile an Berlins größtem Gasversorger Gasag. Das berichtet die "Berliner Zeitung", der ein Sprecher von Vattenfall Europe die Informationen bestätigte. "Wir haben damit begonnen, potenzielle Bieter anzusprechen, was unsere Anteile an der Gasag angeht", sagte Vattenfall-Sprecher Stefan Müller der Zeitung.

Vattenfall besitzt knapp ein Drittel der Anteile an der Gasag, die rund 600.000 Haushalte in Berlin mit Gas versorgt. Sie sollen laut dem Bericht im Paket verkauft werden. Der Verkauf würde die derzeitige Pattsituation beenden, bei der sich drei internationale Energiekonzerne die Anteile an der Gasag aufteilen. Neben Vattenfall sind das der Strom- und Gasversorger E.on (der über die Stadtwerketochter Thüga beteiligt ist) und das französische Unternehmen Gaz de France Suez (GDF).

Dem Bericht zufolge ist insbesondere GDF an einer Übernahme der Vattenfall-Anteile interessiert. Der Konzern würde so die Mehrheit erwerben. Damit könnten die Franzosen ihr Deutschland-Geschäft kräftig ausbauen. Unsicher wäre jedoch, ob GDF die Klimaschutzstrategie, die die Gasag mit dem Berliner Senat verfolgt, ähnlich fortsetzen würde. Vattenfall betonte allerdings in dem Bericht, bei der Auswahl des Käufers nicht nur auf den Gewinn zu achten. "Das Angebot muss sinnvoll sein, nicht nur mit Blick auf den Preis, sondern auch für Land und Stadt. Wir haben eine besondere Verantwortung, und der werden wir nachkommen", sagte Sprecher Stefan Müller.

Vattenfall überprüft derzeit eine ganze Reihe von Beteiligungen in Deutschland. Neben der Gasag hält Vattenfall Anteile an der Schweriner Wemag, der Dresdner Enso, und den Städtischen Werken Kassel. Der Konzern will seine Kraft aber auf das Kerngeschäft konzentrieren, also die Stromerzeugung und den Vertrieb unter der Marke Vattenfall. Zudem braucht Vattenfall Geld. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen bekannt gegeben, die Mehrheit an dem niederländischen Nuon-Konzern übernehmen zu wollen.

( BMO )