840 Arbeitsplätze gefährdet

Berliner Fitnesskette Elixia in der vorläufigen Insolvenz

Die Berliner Fitnesskette Elixia ist zahlungsunfähig. Am 14. Juli hat die Gruppe beim Amtsgericht Charlottenburg den vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Damit müssen rund 840 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz fürchten.

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Die Elixia Deutschland GmbH hat deutschlandweit 63 000 Mitglieder in 22 Studios. In Berlin betreibt die Gruppe neun Studios mit 28 000 Kunden. Ende Mai wurde die Elixia Gruppe von einem privaten Investorenkonsortium gekauft und wird seitdem vom Management von Holmes Place, einer englischen Fitnessfirma, betreut. Der Auftrag war die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Dies hat offenbar nicht geklappt. Der Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger versucht das Aus der Berliner Firma so zu erklären: "Es gab einen Mitgliederschwund, deswegen ist das Unternehmen in die finanzielle Schieflage gekommen." Das Management von Holmes Place wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Laut der aktuellen Studie zum Fitnessmarkt 2009 der Unternehmensberatung Deloitte hat sich Elixia aber in einem positiven Marktumfeld bewegt. "Das durchschnittliche Wachstum der Fitnessketten betrug seit 2004 fast 14 Prozent", so Niels Gronau, Fitnessexperte bei Deloitte. Während die Mitgliederzahlen im mittleren Preissegment in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgingen, konnten sowohl das Premium- als auch das Discountsegment deutlich zulegen. Refit Kamberovic, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Sportstudioverbands, widerspricht dieser optimistischen Markteinschätzung. Es gab in der Vergangenheit zwar steigende Mitgliederzahlen, dafür seien aber die Umsätze der Sportstudios deutlich gesunken. "Um neue Mitglieder zu gewinnen, wurden die Preise mit Sonderrabatten heruntergedrückt", kritisiert Kamberovic. Elixia habe den Markt "falsch eingeschätzt", so Kamberovic. Bei Premium-Anbietern wie der Berliner Fitnesskette seien die Anlagen zu groß und die Fixkosten zu hoch. Bei sinkenden Umsatzzahlen und steigenden Kosten, beispielsweise für Energie, seien finanzielle Schwierigkeiten keine Überraschung.

Die Studios von Elixia bleiben bis auf Weiteres geöffnet, versichert der Pressesprecher Tobias Stock. Das Prüfungsverfahren zur Insolvenz laufe bis zum 30. September. Bis dahin übernimmt das Arbeitsamt die laufenden Kosten des Unternehmens. Was danach passiert, kann er noch nicht sagen. Nur so viel: "Die Zerschlagung ist nicht das Ziel."