Banken

Offenbar mehrere deutsche "Bad Banks" vorgesehen

Angesichts der weiter schwierigen Lage vieler deutscher Banken erwägt die Bundesregierung, Teile ihres Banken-Rettungspakets zu ändern. Geprüft werde etwa, die Kreditgarantien von drei auf fünf Jahre zu verlängern, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig. Zudem sind offenbar auch gleich mehrere kleine sogenannte Bad Banks vorgesehen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete.

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Die Bundesregierung denkt demnach darüber nach, Risikopapiere der Bankenbranche nicht in einer einzigen "Bad Bank" zu bündeln. Stattdessen sollten kleine, auf die einzelnen Unternehmen zugeschnittene "Bad Banks" entstehen. Diese könnten dann Hilfen des staatlichen Rettungsfonds Soffin erhalten, ohne dass die Geldinstitute aus ihrer Verantwortung entlassen würden.

Nach Medienberichten sitzen die deutschen Geldinstitute noch auf faulen Wertpapieren mit einem Wert zwischen 300 Mrd. Euro und einer Billion Euro. Ministeriumssprecher Albig mahnte mit Blick auf die Diskussion um die "Bad Bank": "Jeden Tag etwas Neues in den Markt zu werfen, verunsichert den Markt nur." Er schloss aus, die Risiken schlechter Papiere komplett auf den Staat und damit auf den Steuerzahler zu übertragen.

Die WestLB ist offenbar bereits auf dem Weg zur eigenen "Bad Bank". Die Landesbank will eine neue Gesellschaft gründen, in die problematische Vermögensteile ausgegliedert werden sollen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Bank handelt es sich um risikoreiche Wertpapiere im Wert von rund 80 Mrd. Euro - das entspricht fast einem Drittel des Geschäfts der Bank. Wie die Ausgliederung finanziert werden soll, ist noch unklar.

Die attraktiven Teile der WestLB - etwa die Mittelstandsfinanzierung und das Privatkundengeschäft - sollen dann den Plänen zufolge mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Deka-Bank in Frankfurt/Main verschmolzen werden.

Bereits vor einem Jahr hatte die WestLB riskante Wertpapiere in einem Wert von 23 Mrd. Euro in eine Art "Bad Bank" ausgelagert, für die das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen und die Sparkassen als WestLB-Eigner mit fünf Mrd. Euro an Garantien geradestehen.

Zudem meldete die BayernLB erneut schlechte Nachrichten: Die Landesbank schrieb im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von rund fünf Mrd. Euro, wie BayernLB-Chef Michael Kemmer der "Börsen-Zeitung" sagte.