Innovation

Wirtschaft und Wissenschaft vereint

Medizin, Materialforschung und Maschinenbau sind in diesem Jahr die innovativsten Branchen der Region Berlin-Brandenburg. Vier Konsortien aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurden im Berliner Kosmos-Kino mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet.

- Die mit jeweils 10 000 Euro dotierten Preise wurden zum 25. Mal von den Wirtschaftsministerien beider Länder verliehen.

Brandenburg Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hob hervor, dass die meisten Auszeichnungen an Projekte gingen, "bei denen Wirtschaft und Wissenschaft die Innovation im Schulterschluss gestartet und umgesetzt haben". Diese Kooperation müsse in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Berlin Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) unterstrich den Erfolg der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder. Sie solle künftig noch vertieft werden.

Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 142 Teilnehmer um den Innovationspreis beworben - 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 29 Prozent kamen die meisten Einreichungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik, gefolgt mit je zehn Prozent von der Medizin und Produktentwicklung.

Mit einer neuen Technik, die nach Herzoperationen eingesetzt wird, war ein Team aus dem Berliner Universitätsklinikum Charité zusammen mit der Firma Innora GmbH erfolgreich. Die Mediziner entwickelten einen Ballonkatheter, der mit Medikamenten beschichtet ist. Damit kann in vielen Fällen die Wiederverengung der Blutbahn verhindert werden.

Besondere "Nanodiamanten für die Haut" hat die Firma Pharmasol, eine Ausgründung aus der Freien Universität Berlin, zur Anwendungsreife gebracht. Durch ihre winzige Struktur können die Kristalle von der Haut gut aufgenommen werden. Das erlaubt den Transport von Medikamenten, die ansonsten in Flüssigkeiten nur schwer löslich sind.

Mit anderen Kristallen, die zu großen Türmen heranwachsen, hat das Adlershofer Institut für Kristallzüchtung zu tun. Preiswürdig war eine neue Technik, Magnetfelder zur Herstellung von fehlerfreien Halbleiter-Kristallen einzusetzen. Das Projekt wurde zusammen mit den Berliner und Brandenburger Firmen Steremat und Auteam vorangetrieben. Mit dem Moabiter Gasturbinenwerk der Siemens AG erhielt erstmals auch ein Großunternehmen den Innovationspreis. Die Jury überzeugte die keramischen Hitzeschilde der neuen Turbinengeneration, mit denen sich der Wirkungsgrad deutlich erhöhen lässt.