Pensionsabsprachen für Topmanager sollen veröffentlicht werden

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) fordert mehr Transparenz bei den Vereinbarungen zu Pensionen und Übergangsgeldern der Vorstände börsennotierter Unternehmen.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) fordert mehr Transparenz bei den Vereinbarungen zu Pensionen und Übergangsgeldern der Vorstände börsennotierter Unternehmen. "Wichtig wäre, dass die entsprechenden Zahlen auch in die Geschäftsberichte aufgenommen werden", sagte DSW- Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker bei der Vorstellung einer Studie zur Vorstandsvergütung der 30 Dax-Unternehmen.

In den vergangenen Tagen hatten die Pensionsansprüche von Utz Claassen, des ehemaligen Chefs des Energieversorgers EnBW, für Aufsehen gesorgt. Der 44-Jährige soll bis zum Erreichen der Altersgrenze von 63 Jahren ein Übergangsgeld von jährlich 400 000 Euro erhalten. "Solche Pensionszusagen sind in Vorstandsverträgen nicht ungewöhnlich", sagt Andreas Halin von der Personalberatung Whitehead Mann. In neuen Verträgen seien sie allerdings kaum noch zu finden. "Die Unternehmen zahlen lieber etwas mehr, so lange der Vertrag läuft, als nach dem Ausscheiden des Vorstands noch bis in alle Ewigkeit Kosten zu haben."

Dennoch will Hocker, dass die Aktionäre genauere Daten dazu bekommen, welche Verpflichtungen ihr Unternehmen eingegangen ist. Bisher müssen nur die wesentlichen Inhalte der Zusagen veröffentlicht werden und diese auch nur dann, "wenn sie von den Arbeitnehmern erteilten Zusagen nicht unerheblich abweichen."

Etwas übersichtlicher ist die Lage dank des Gesetzes zur Offenlegung der Vorstandsvergütungen bei den gewährten Aktienoptionen geworden. Spitzenverdiener ist demnach Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit einer Barvergütung von 9,44 Mio. Euro sowie einer aktienbasierten Vergütung von 3,77 Mio. Euro. Auf dem zweiten Platz folgt SAP-Chef Henning Kagermann mit einer Gesamtsumme von 9,3 Mio. Euro. Linde-Chef Wolfgang Reitzle erhielt als Dritter 7,37 Mio. Euro. Schlusslicht unter den 30 Dax-Vorstandschefs war TUI-Chef Michael Frenzel mit knapp zwei Mio. Euro.

Das Durchschnittsgehalt in den Chef-Etagen der Dax-Unternehmen (ohne die Gehälter der Vorstandschefs) lag im vergangenen Jahr bei 1,9 Mio. Euro und damit um 7,3 Prozent höher als im Vorjahr.

Problematisch bei dieser Darstellung bleibt jedoch, dass die Aktienoptionen zu dem Wert angegeben werden, zu dem der Vorstand sie erhält. Wenn die Optionen eingelöst werden, kann der Wert wesentlich höher sein. Auf diese Weise hat der ehemalige Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp noch nach seinem Ausscheiden rund 50 Mio. Euro erhalten.

fhs/sei