Jahresbilanz: Mehr Gehalt für deutsche Top-Manager

Deutschlands Topmanager haben mit kräftigen Aufschlägen auf ihre Millionengehälter erneut für Unmut gesorgt.

Frankfurt/Main - Deutschlands Topmanager haben mit kräftigen Aufschlägen auf ihre Millionengehälter erneut für Unmut gesorgt. Spitzenverdiener bei den Dax-Konzernen bleibt nach Berechnung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Ackermanns Bezüge summierten sich im Rekordjahr 2006 auf 13,2 Millionen Euro, wobei 9,4 Millionen bar ausgezahlt wurden. Im Schnitt verdiente die gesamte Führungsriege der 30 größten deutschen Unternehmen 2006 rund 1,9 Millionen Euro - also 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Tarifgehälter von Angestellten hatten im Vergleich dagegen nur um 1,2 und die von Arbeitern um 1,5 Prozent zugelegt.

Die Konzerne argumentieren, sie müssten Führungskräfte angemessen entlohnen, damit diese nicht ins Ausland abwandern. Gewerkschaften fordern seit langem eine Obergrenze für Managerbezüge. DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker monierte gestern in Frankfurt, dass das Vergütungssystem vieler Konzerne noch sehr undurchschaubar sei. Das gelte auch für Pensionszusagen an Ex-Vorstände. "Notwendig ist, dass die Unternehmen offenlegen, was den Vorständen tatsächlich zugeflossen ist."

So hatten zuletzt die Regelungen rund um das Ausscheiden des EnBW-Vorsitzenden Utz Claassen den Streit über das Übergangsgeld entfacht. Er soll einen Anspruch auf jährliche Zahlungen von 400 000 Euro bis zum Jahr 2026 haben.

Hinter Ackermann rangierten Linde-Chef Wolfgang Reitzle (5,9 Mio. Euro) und DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche (4,5 Mio. Euro). Schlusslicht unter den Konzernchefs war demnach der Infineon-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart (1,7 Mio.). Am deutlichsten erhöhte der Handelskonzern Metro die Gehälter: Pro Vorstand wurden 2006 rund 2,6 Millionen Euro gewährt und damit gut 60 Prozent mehr Barvergütung als ein Jahr zuvor.