Thyssen Krupp soll bei Sachsenring einsteigen

Zwickau - Die Firma ist pleite, trotzdem schnellte der Kurs rasant empor: Am Freitag legte das Papier der Sachsenring Automobiltechnik AG (SAG) um 50 Prozent zu. Grund: Mit der Sachsenring Fahrzeugtechnik GmbH (SFG) konnte die wichtigste SAG-Tochter einen Großauftrag an Land ziehen. Von einem «namhaften Automobilhersteller», so meldete SFG-Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler, sei eine über sieben Jahre verteilte Bestellung mit einem Wert von 622,5 Mio. Euro eingegangen.

Die lukrative Order stammt nach Informationen dieser Zeitung vom VW-Konzern und bezieht sich auf neue Baureihen. Für den Golf-Nachfolger G 5 und den künftigen Passat B 6 sollen die Zwickauer Vorderachsen und Federbeine liefern. Freilich, die Wolfsburger hatten um Diskretion gebeten. Wie Insider berichten, hat Volkswagen die Platzierung des dreistelligen Millionenbetrags mit Bedingungen verknüpft. Die wohl wichtigste: Bei der SFG, die in diesem Jahr mit knapp 700 Beschäftigten rund 180 Mio. Euro umsetzen will, solle die Thyssen Krupp Automotive AG als Investor einsteigen. Europas größter Autobauer stellt klar: «Magna ist nicht unser Lieblingskandidat.» Einen Einstieg des kanadischen Zuliefer-Giganten, der seit langem als Käufer in Gespräch ist, will VW offenbar verhindern.

Als ernst zu nehmende Bewerber sind zudem die US-Firma Power Automotive sowie die deutschen Anbieter Benteler und ZF im Gespräch. Abgetrennt wird die Sachsenring Fahrzeugbau (früher Trasco). Bei dem Bremer Spezialisten für gepanzerte Fahrzeuge mit 200 Beschäftigten steigt die zur Armor Holding gehörende US-Firma Ogara ein. Bei der schweizerischen NAW Nutzfahrzeuge AG mit 280 Mitarbeitern bemühen sich Daimler-Chrysler, MAN und der Aufbauhersteller Faun. UM