Börsianer rechnen mit einer Erholung

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Frankfurt/M. - Marktteilnehmer versprechen sich für die kommende Börsenwoche von einer erwarteten Erholung bei den Technologiewerten Impulse für den Deutschen Aktienindex (Dax). Die anhaltenden Sorgen der Anleger vor neuen Bilanzskandalen könnten jedoch die Erholung des wichtigsten deutschen Börsenbarometers überschatten.

«Die Erholung ist wohl auf dem Weg, und die Konjunkturdaten verbessern sich», sagte Deka-Fondsmanager Trudbert Merkel. «Daher denke ich, werden wir eine moderate zyklische Erholung sehen, in der sich die Anleger eher von defensiven Werten trennen.» Zudem spreche für eine Erholung des deutschen Aktienmarktes die weiterhin günstige Bewertung des Dax. Die Analysten der DZ Bank bezifferten das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den Dax auf Basis der Gewinne für 2003 derzeit auf 14,4.

Zu den möglichen Belastungsfaktoren zählten weiterhin die Sorgen der Anleger vor neuen Bilanzskandalen wie beim US-Telekomkonzern WorldCom, hieß es. Es sei jedoch ein gutes Zeichen gewesen, dass der Bilanzvorwurf gegen den französischen Medienkonzern Vivendi den europäischen Markt nicht in die Knie gezwungen habe, sagte Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin.

Trotz eines sehr stark schwankenden Handels hat der Dax in der nun zu Ende gehenden Woche per saldo kaum verändert tendiert. Dagegen hat der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax50 rund fünf Prozent eingebüßt. Zeitweise fiel der Nemax50 sogar bei 508 Punkten auf ein Rekordtief. Die seit Donnerstag intakte Erholung der deutschen Technologie-Aktien werde sich in der nächsten Woche vermutlich fortsetzen, sagten Marktteilnehmer. «Bei der Deutschen Telekom sind Kurse unter zehn Euro wegen der Substanz des Konzerns zu niedrig», sagte Fondsmanager Merkel. Die massiven Kursverluste der Vorwochen seien überzogen gewesen. Von positiven Konjunkturdaten dürften zudem die zyklischen Werte wie Infineon oder Siemens profitieren, hieß es. In Deutschland stehen am Dienstag die Arbeitsmarktdaten für Juni sowie die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung auf der Tagesordnung. In den USA werden am kommenden Freitag aktuelle Daten zum Verbrauchervertrauen und zu den Einzelhandelsumsätzen erwartet.

In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit dürfte ab der kommenden Woche die einsetzende Quartalsberichterstattung der großen US-Firmen rücken, schrieben die Analysten der DZ Bank in ihrer Wochenvorschau. Insgesamt sollte sich die Gewinnentwicklung der Unternehmen verbessern, hieß es. Schlechte Zahlen seien aber noch im Technologiebereich möglich.

Anlegerinteresse könnten in der kommenden Woche die Papiere von Metro auf sich ziehen. Händler erwarten eine Reaktion des Metro-Kurses auf die Umsatzzahlen der französischen Einzelhandelskette Carrefour für das erste Halbjahr. «Das wird ein Indikator für die Entwicklung in der Konsumbranche», sagte ein Aktienhändler. Zuletzt hatte es in dem Sektor nur zurückhaltende Ausblicke gegeben. rtr