Cebit-Neuheiten aus Berlin

Berlin - Das Vorhaben dürfte in der Reinigungsbranche viel Staub aufwirbeln: Die Technische Universität Berlin wird in Kürze ein neues System zur Gebäudeverwaltung starten, mit dem sich die Reinigungskosten der Räume und Hörsäle um 30 Prozent senken lassen. Kernpunkt der Idee ist das digitale Management der Putzkolonnen, die mit Computerhilfe sehr viel bedarfsgerechter als bisher eingesetzt werden können. "Das wird der Uni jährlich zwischen einer und anderthalb Mio. Euro sparen", sagt der TU-Software-Spezialist Martin Fietz, der das neue Programm zusammen mit dem Berliner Unternehmen Ortec GmbH in dieser Woche erstmals auf der Cebit in Hannover vorstellt.

Die Berliner TU mit ihren 300 Gebäuden, 16 000 Räumen und 400 000 Quadratmeter Nutzfläche ist das ideale Objekt für ein modernes Facility Management (FM). Durch die mit Hilfe speziell entwickelter Software verbesserte Übersichtlichkeit können etwa Räume besser genutzt und der Anteil teuer angemieteter Gebäude verringert werden. Auch bei der Bauunterhaltung ermöglichen FM-Systeme nach Aussage Orts im Durchschnitt Kostensenkungen von 20 Prozent. Die TU kostet die neue Gebäudeverwaltung rund 500 000 Euro, vor allem für die aufwendige digitale Erfassung aller Räume, was sich aber binnen eines Jahres amortisieren dürfte. "Wir denken inzwischen darüber nach, die Technik auch anderen Hochschulen anzubieten", sagt Matthias Ort, dessen 1997 aus der TU ausgegründetes Unternehmen auf mittlerweile 20 Mitarbeiter angewachsen ist. Gezeigt wird die Software-Innovation am Stand des Forschungsmarktes Berlin (Halle11 /Stand D37), der von der IHK Berlin und den Berliner Hochschulen getragen wird, um wirtschaftsorientierte Forschungsergebnisse auf Messen zu präsentieren.

Zu den 20 Exponaten gehört auch das drahtlose Videokonferenzsystem RTS-6 (Remote Trouble Shooting) der Berliner Firma Streamminister, die sich auf Internet-TV spezialisiert hat. Das System besteht aus einer tragbaren Kamera-Einheit, deren Bilder ins Internet übertragen werden. "Auf diese Weise führt der Konzern Procter and Gamble die Fernwartung seiner Anlagen durch", berichtet Firmengründer Claas Glenewinkel. Der Vorteil der Technik zeigt sich vor allem bei Produktionsausfällen. Um den Schaden zu inspizieren und richtig reparieren zu können, lässt der Spezialist aus der Zentrale den Tele-Blick schweifen. Ein Beschäftigter in der betroffenen Fabrik braucht sich dazu nur den RTS-Rucksack aufzuziehen und den ferngesteuerten Kameramann zu spielen. Fünf solcher Geräte hat Streamminister im vergangenen Jahr abgesetzt.

In Berlin-Brandenburg sind mehr als 10 000 Unternehmen des Medien- und Kommunikationssektors ansässig. Die Branche beschäftigt rund 115 000 Menschen und zählt zu den umsatzstärksten der Region.