Unternehmen

"Unterm Strich zählen die Arbeitsplätze"

Berliner Morgenpost:

Was bedeutet Freudenberg für Weinheim?

Heiner Bernhard:

Freudenberg ist der größte Arbeitgeber in der Stadt. Auf dem Werksgelände sind 6500 Menschen beschäftigt, das ist für eine Stadt wie Weinheim natürlich eine bedeutende Größenordnung.

Wie hat das Unternehmen bei dem Stellenabbau in den letzten Jahren aus Ihrer Sicht agiert?

Natürlich verfolgte Freudenberg mit dem Arbeitsplatzabbau eigene Interessen und achtete weniger darauf, was das für Weinheim bedeutet. Andererseits profitiert Freudenberg von den langjährigen Mitarbeitern und dem in jeder Hinsicht günstigen Standort Weinheim. Es ist ja auch nicht vorstellbar, dass ein so breit gefächertes Unternehmen an einer Stelle die Zelte abbricht und an einer anderen Stelle wieder neu entsteht.

Ist aus ihrer Sicht die Phase des Arbeitsplatzabbaus vorbei?

Das war ja für uns ein eher schleichender Prozess und deshalb einigermaßen zu verkraften. Für die Zukunft sehe ich, dass sehr viele Arbeitsplätze wieder nach Weinheim zurückkommen. Im Technologiepark und auch außerhalb kommen einzelne Geschäftsbereiche von Freudenberg wieder zurück. Allerdings liegt da natürlich der Schwerpunkt auf hoch qualifizierten Arbeitsplätzen. Das löst nicht das Problem, wie wir Hauptschüler mit und ohne Schulabschluss in die Arbeitswelt bringen. Das macht mir als Bürgermeister große Sorgen.

Freudenberg hat viele Standorte in der Welt, sind Sie mit den Gewerbesteuerzahlungen des Konzerns zufrieden?

Die könnten immer besser sein. Aber das liegt daran, dass Freudenberg in Weinheim vor allem sein Hauptquartier hat. Da wird verwaltet und geforscht und nicht produziert. Das mindert die Gewerbesteuer. Unterm Strich sind für die Stadt aber vor allem die Arbeitsplätze wichtig.