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"Wir haben in Weinheim ehrgeizige Pläne"

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Berliner Morgenpost:

Herr Stark, was bedeutet Weinheim für Ihr Unternehmen?

Martin Stark:

Freudenberg hat in Weinheim fast 160 Jahre Geschichte geschrieben. Es ist eine Stadt mit großer Ausstrahlung. Wenn wir Geschäftspartner etwa aus China hier in der Zentrale empfangen, sehen sie in der Stadt sehr schnell, wie ein Deutsches Familienunternehmen wie Freudenberg in der Region verwurzelt ist.

Andererseits haben Sie in den letzten Jahren gerade am Hauptsitz Arbeitsplätze abgebaut.

Dies war in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten notwendig. Wenn sie allerdings die letzten zehn Jahre betrachten, kann man sagen, die Anzahl der Mitarbeiter am Standort ist stabil. Im vergangenen Jahr haben wir unseren Geschäftsbereich für Bodenbeläge verkauft, konnten aber erreichen, dass auch der neue Besitzer am Standort Weinheim festhält. Ich denke, der Standort Weinheim hat sich gut entwickelt, und wir haben ehrgeizige Pläne ihn auch weiter zu entwickeln.

Welche Pläne?

Wir bauen derzeit einen großen Technologiepark auf unserem Werksgelände. Zum einen wird dort wieder die Weltzentrale von Vileda einziehen, die derzeit noch in Mannheim sitzt. Zum anderen wollen wir andere Firmen dort ansiedeln, die hier exzellente Bedingungen für ihre Arbeit finden und von denen wir uns Synergieeffekte erhoffen.

Wo liegt das Interesse von Freudenberg, andere Unternehmen nach Weinheim zu holen?

Das ist eine klassische "Win-Win-Situation". Alles was man zum Betreiben eines Technologieparks braucht, ist auf unserem Gelände bereits vorhanden. Neu angesiedelte Unternehmen können von unserer Servicegesellschaft und Energieversorgung profitieren. Wir haben unsere Freudenberg New Technologies am Standort mit exzellenten Laboratorien, deren Dienstleistungen sie nutzen können.

Viele halten den Standort Deutschland nicht mehr für attraktiv. Warum bleibt Freudenberg?

Auch wir sind in den letzten Jahren unseren Kunden nach Indien und China gefolgt. Denn als Zulieferer müssen wir dort unsere Produkte zur Verfügung stellen, wo sie gebraucht werden. Doch komplexere Produkte lassen sich zuverlässig und besser hier produzieren.