Komödie

Ein Samenspender für den Teddy

Ekelslapstick, politisch unkorrekt und noch derber als der erste Teil. Jetzt will der wilde Bär Nachwuchs: „Ted 2“

Dieser Teddy ist noch immer nichts für Kinder, auch wenn er ein bisschen älter geworden und unter die Haube gekommen ist. Reifer ist Ted deswegen noch lange nicht, er flucht, furzt und kifft wie eh und je. Vor drei Jahren wurde die Komödie „Ted“ über die Freundschaft von John (Mark Wahlberg) und seinem Teddybär (gesprochen von Regisseur und Autor Seth MacFarlane) einer der Überraschungserfolge des Sommers. Wie zwei Spätpubertierende saßen die beiden Kumpel Tag und Nacht kiffend auf dem Sofa und schauten sich alte Flash-Gordon-Videos an. Bis die WG-Dritte, Johns Freundin Lorie, ihm die Pistole auf die Brust setzte: der Teddy oder sie. Das ging am Ende nicht gut aus, zumindest für Lorie und John.

Ted dagegen lernte die blonde Sexbombe Tami-Lynn kennen. Zu Beginn der Fortsetzung nun treten die beiden vor den Traualtar, Flash Gordon-Star Sam Jones ist Priester, John Trauzeuge. Die Jahre ziehen ins Land und das Paar streitet sich wegen Alltagskrisen. Um seine Ehe zu retten, will Ted mit Tami-Lynn ein Kind bekommen. Nur wie, als geschlechtsloses Stofftier? Ein Samenspender muss her. Als Paddington Bär verkleidet bricht er bei Footballstar Tom Brady ein, um den Beau im Schlaf zu erleichtern. Das geht natürlich gehörig schief. Schließlich erklärt sich John selbst als Erzeuger bereit und auch eine Adoption wird in Erwägung gezogen, doch bald steht Ted vor viel größeren Problemen. Vor dem Gesetz sei er gar keine Person, sondern ein Ding, und dürfe deswegen weder adoptieren noch sei seine Ehe rechtens.

Gemeinsam mit der ebenfalls dauerkiffenden Junganwältin Sam (Amanda Seyfried) kämpft er um sein Recht, Mensch zu sein. Klingt bescheuert? Ist es und soll es auch sein. Um Männerfreundschaften geht es und das Verbindende am Haschischrauchen und Biersaufen. Das sprechende Spielzeug ist weniger süßer Kuschelbär als Tier, das Stoff gibt. Da wird der aktuelle Kampf um Bürgerrechte nicht nur durch den Kakao gezogen, sondern durch so ziemlich jede Art von Körperflüssigkeit.

Der Humor ist derb wie eh und je und untertrifft noch den Vorgängers. Er reicht vom Ekelslapstick, wenn etwa Mark Wahlberg in einer Samenbank in literweise Sperma ausrutscht, bis zu dumm-provokanten Scherzen über das Attentat auf Charlie Hebdo und den German Wings-Absturz. Nur witzig ist das ganz selten. Ein Film für Fans.

Komödie: USA 2015, 116 min., von Seth MacFarlane, mit Mark Wahlberg, Amanda Seyfried

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