Stadt-Runde

Entlang der Scharfen Lanke von Einsteins Laube zur Haveldüne

Im Abstand von zehn Minuten fährt der Metrobus 49 vom Bahnhof Zoo über die Kant- und Heerstraße und erreicht nach einer knappen halben Stunde – wenn alles planmäßig verläuft – über die Stößensee- die Freybrücke.

Dort beginnt der Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt, ein zentrumnahes Wohnquartier mit reichlich Grün, Wald und Wasser. Hier starten wir am Pichelssee unsere Stadt-Runde am Neubau der jordanischen Botschaft an der Straße Am Pichelssee . Gleich gegenüber befindet sich mit dem Gasthaus „Zur alten Post“ eines der wenigen sehenswerten, historischen Häuser von Pichelsdorf. Weiter geht es westlich die Straße Alt-Pichelsdorf entlang, bis die nach wenigen Metern rechts hin zur Heerstraße abbiegt. Dort befindet sich das 250 Jahre alte Bündnerhaus, das einzig erhaltene Haus der alten Halbinsel Pichelsdorf, das nach Sanierung als Gourmetrestaurant zur Einkehr einlädt. Hinter dem Haus liegt ein Sommergarten mit wild bewachsenem Baumbestand.

Von dort geht es geradeaus in die Bocksfeldstraße, bis wir nach einigen Metern links auf den Burgunderweg stoßen. Den gehen wir hinein. In dem roten Holzhaus mit der Nummer drei hat der spätere Nobelpreisträger Albert Einstein (1879-1955) ab 1922 seine Sommerlaube gehabt, die er liebevoll „Mein Schloss“ nannte. Darüber schrieb er: „Mein Schlösschen erweist sich als wasserdichter als meine Segeljolle.“ Eine von einem Stahlbügel gefasste Edelstahltafel erinnert an Einstein. Sie befindet sich am Ende des Burgunderwegs an einem kleinen Platz unmittelbar vor der Strandpromenade an der Kolonie Bocksfelde. Nach wenigen Metern erreichen wir die Strandpromenade an der Scharfen Lanke mit Bootsstegen und Segelclubs. Schon aus der Ferne kann man im Grünzug rund um das Regenrückhaltebecken Bocksfeldstraße zwei riesige Edelstahlskulpturen des Bildhauers Volkmar Haase (1930-2012) erblicken: „Schild und Wehr“ (1979-81) und „Hochwendelnd“ (1992).

Die Strandpromenade weiter entlang erreichen wir die Straße Scharfe Lanke, die uns am Westufer entlang führt. Vorbei an Ruderclubs und Bootsschuppen endet die asphaltierte Straße hinter der Marina-Lanke-Werft. Dort führt in einer Spitzkehre der Weg über eine Treppe hinauf zur Haveldüne , einer exponierten Wohnlage mit einem grandiosen Blick über die Scharfe Lanke hin zum Grunewald mit Grunewaldturm oder dem Teufelsberg.

Auf der Anhöhe wenden wir uns vom Wasser ab und erreichen in westlicher Richtung die Straße zur Haveldüne, von der aus wir das Wohngebiet mit zum Teil reetgedeckten Häusern durchstreifen können. Über den Weinmeisterhornweg, den Sandheideweg und die Jaczostraße gelangen wir wieder zurück zur Heerstraße, von wo aus uns der M49 zurück aus der beschaulichen Wilhelmstadt in die trubelige City-West befördert.