Bühnencheck

Der Finanzexperte des Kabaretts

Den Pleiten und Pannen des Hauptstadtflughafens kann man nirgendwo entgehen. Schon gar nicht im Kabarett. Kein Programm, in dem nicht über das Unsummen verschlingende Projekt gelästert wird. Auch HG Butzko vermag nicht zu prophezeien, ob der Bau jemals fertiggestellt wird. Aber er hat einen prima Vorschlag: „Inzwischen wäre es billiger, die gesamte Stadt Berlin an einen funktionierenden Flughafen umzusiedeln.“

Der Mann muss es wissen. Schließlich ist er der Finanzexperte des Kabaretts und kann absurde wirtschaftliche Zusammenhänge so darstellen, dass sie jeder Laie versteht – und darüber lacht. Für das Gag-Feuerwerk gab es sogar schon eine Einladung des Fachbereichs Wirtschaft der Universität Paderborn zu einer spaßigen Finanzmarkt-Vorlesung.

Natürlich entwirrt der Satiriker auch in seinem aktuellen Programm „Super Vision“ filzige Verflechtungen unheilvoller Finanzjongleure. Zu erleben unter dem luftigen Zeltdach der Open-Air-Bühne in der Ufa-Fabrik, wo Butzkos beißender Spott zudem auch Polit-Prominenz und religiöse Fanatiker trifft.

Seit 1997 macht der Gelsenkirchener, Jahrgang 1965, nun schon politisches Kabarett. Lange galt der Wahl-Berliner als Geheimtipp. Dabei hat er manche hochkarätige Branchentrophäe abgeräumt. 2014 etwa den Deutschen Kleinkunstpreis. In seinem Solo erweist sich Butzko einmal mehr als „Meister des investigativen Kabaretts“. Glänzend recherchiert, treffen seine messerscharfen Analysen immer ins Schwarze. Egal, ob er „Das Märchen vom Exportweltmeister“ oder „Das Märchen vom Freihandelsabkommen“ erzählt. Selten so gelacht.

UfaFabrik Viktoriastr. 10-18, Tempelhof, Tel. 75 50 30, Termine 19. & 20.6., 20 Uhr, Karten kosten 19 Euro, ermäßigt 16 Euro, Studenten (nur VVK) 12 Euro