Kinderfilm

Mama hat immer Glück

Oder hat sie beim Bingo etwa geschummelt? „Oscar, Rico und das Herzgebreche“

Das hat sich Oskar so schön vorgestellt. Seine Mama im weißen Kleid in der Kirche im gleißenden Gegenlicht. Und dort findet dann die Hochzeit mit dem schmucken Polizisten Simon statt. So idyllisch und bewusst überkitschig beginnt nun der 2.Teil der Rico-und-Oskar-Verfilmungen. Dass es weitergehn wird, war irgendwie zu erwarten: 800.000 Kinozuschauer für den ersten Kinofilm mit Rico und Oskar, den beiden Amateurdetektiven, ist natürlich ein Argument für eine Fortsetzung.

Die gute Nachricht ist jedoch der Film macht Spaß und bietet gute Unterhaltung. Ricos allein erziehende Mama Tanja (Karoline Herfurth, mal reizend naiv dann wunderbar prollig) hat nämlich unverschämt viel Glück im Bingo. „Sie gewinnt immer“, verkündet Rico gegenüber Oskar stolz. Vor allem sind es Handtaschen, die dann gewinnbringend online vertickt werden. Oskar wohnt vorübergehend bei Rico und wird Zeuge dieses unverhofften Handtaschensegens. Dumm nur, dass der pingelige und so akkurate Oskar schnell herausfindet, dass der Mama immer die Gewinne von der Bingochefin Frau Wandbeck zugeschustert werden. Die Jungs merken schnell, sie sind einem großen Schmuggel auf der Spur. Nur welche Rolle spielt Mama Tanja dabei, die dem Polizisten Simon immer so bewusst aus dem Weg geht?

Der Film setzt auf Klamauk aber auch auf witzige Dialoge und kann sich seine Darsteller verlassen, in dem Katharina Thalbach und Henry Hübchen in Nebenrollen auftauchen. Mit dabei ist auch Moritz Bleibtreu als stotternder und leicht schielender Sohn von Bingomama Wandbeck. Ronald Zehrfeld („Barbara“, „Die geliebten Schwestern“) als gutmütiger und fast weiser Polizist zeigt zudem, dass er als charismatischer Schauspieler eine Entdeckung ist. Dann heißt es also nur noch: Ab ins Kino. Und das trotz des Sommers und der reflexartigen miserablen Besucherzahlen am zweiten Juniwochenende.

Kinderfilm: D 2015, 90 min., von Wolfgang Groos, mit Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth, Ronald Zehrfeld

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