Komödie

Gegensätze ziehen sich an

Eine junge Baskin und ein Andalusier versuchen den Weg zum Traualtar: „8 Namen für die Liebe“

Jeder Europäer kann sich frei bewegen zwischen Nordsee und Mittelmeer, für kulturelle Güter gilt das weniger. Und noch weniger, wenn sie Filmkomödien sind. Ein Schwank von und mit Til Schweiger mag zwischen Ostsee und den Alpen einige Millionen Zuschauer ins Kino locken, im Rest Europas interessiert sich niemand dafür. Allenfalls die Franzosen schaffen es hin und wieder, mit einer ihrer weichgespülten Wohlfühlstreifen wie „Ziemlich beste Freunde“ oder „Willkommen bei den Sch’tis“ die Massen auch außerhalb der Landesgrenzen in die Lichtspielhäuser zu locken. Auch der iberische Humor scheitert am Grenzübergang, wenn er nicht gerade von Pedro Almodóvar stammt.

Deswegen wird es auch der erfolgreichste spanische Film aller Zeiten, trotz elf Millionen Besuchern in der Heimat, hierzulande schwer haben. „8 Namen für die Liebe“ folgt dem bewähren Muster des Aufeinanderprallens regionaler Unterschiede, wie schon die „Sch’tis“ zwischen Süd- und Nordfrankreich oder diverse TV-Filme über Bayern in Hamburg oder Preußen in den Alpen. Die junge Baskin Amaia und der Andalusier Rafa verbringen in Sevilla eine reichlich missglückte Nacht miteinander, nach der Rafa trotz ETA-Panik total verknallt in den Norden reist. Dort eskaliert die Situation, Amaias lang abwesender Vater, ein rauer Fischer, taucht wieder auf und für ihn muss eine falsche Hochzeit inszeniert werden. In der Tradition des Volkstheaters wird aus Rafa bald ein tölpelhafter Pseudobaske mit allerlei nationalistischem Beiwerk, das zu noch mehr Missverständnissen führt. Auf dem Weg zum unvermeidlichen Traualtar überschlagen sich die Ereignisse nach bewährtem Muster und es werden Klischees bedient, dass sich die Balken biegen. Im Süden wird nur Fiesta gefeiert, im Norden schüttet es in Strömen.

Der Andalusier ist ein Schürzenjäger, die Baskin kann schimpfen wie ein Rohrspatz, aber am Ende ziehen sich die Gegensätze doch mehr an, als dass sie sich abstoßen. Dieses zwischenmenschlich-physikalische Gesetz gilt eben in Europa überall gleich. Nur basiert es neben dem Aufeinandertreffen vermeintlich kultureller Unterschiede eben vor allem auf dem Sprachwitz und hier konkret den Differenzen zwischen dem Baskischen und dem Spanischen. Und die lassen sich beim besten Willen nicht übersetzen. Also allenfalls in der Originalversion zu empfehlen.

Komödie: E 2014, 98 min., von Emilio Martínez Lázaro, mit Clara Lago, Dani Rovira

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