Unter 20 Euro

Ein perfektes Schnitzel mit seltsamer Musik-Begleitung

Die rustikalen „Tiroler Bauernstuben“ existieren bereits seit mehr als 30 Jahren – in Berlins schnelllebiger Gastronomie-Szene ist das ein Zeichen für verlässliche Qualität.

Der Gast wird hier von einem Holzhütten-Ambiente empfangen. Auch das freundliche Service-Personal sieht aus, als sei es einem Heimatfilm entsprungen. Der Kellner trägt eine hirschlederne Hose, seine Kollegin bedient die Gäste im Dirndl. Was beim Besuch irritierte, war die Musikauswahl: Aus dem Lautsprechern ertönte Musik von Heintje und den Rolling Stones. Ein seltsamer Mix.

Preislich liegen die „Tiroler Bauernstuben“ im mittleren bis oberen Bereich. Die große Flasche Mineralwasser kostet über sechs Euro, die meist aus Österreich stammenden offenen Weine mindestens 4,30 Euro pro 0,2-Liter-Glas. Um den Verkauf der Flaschenweine attraktiver zu machen, gibt es derzeit zu jeder georderten Flasche einen Flammkuchen. Beim Essen sind Klassiker der Alpenküche im Angebot, aber auch fleischlose Gerichte und Fondues. Montag bis Sonnabend gibt es zudem günstige Mittagsgerichte, etwa Hackbraten mit Rahmwirsing und Salzkartoffeln für 7,50 Euro.

Auf der Speisekarte wirbt das Restaurant mit dem „besten Wiener Schnitzel der Stadt“. Da musste die Probe aufs Exempel her. Und sie fiel positiv aus. Riesig groß auf einem ovalen Teller serviert, dünn geklopft, zart und mit einer gut haftenden Panade wurde das Fleisch serviert – für stolze 19,50 Euro. Auch der Kartoffel-Gurken-Salat war bestens gelungen. Das Schnitzel ist jedenfalls ein Grund für einen erneuten Besuch – auch wenn Heintje im Hintergrund seine Lieder schmettert.

Tiroler Bauernstuben Heerstraße 137, Westend, Tel. 30 09 94 66, Mo.– Sbd. 11.30–23 Uhr, So. 10–23 Uhr, www.tiroler-bauernstuben.de

Bewertung

Geschmack ++++-

Ambiente ++++-

Service ++++-

Preis/Leistung +++--

Gesamt ++++-

Höchstwertung: +++++