Ausflugs-Tipp

Biberparadies am Rande der Stadt

Durch Wälder, Wiesen und die sommerliche Natur im Briesetal nördlich von Frohnau

Der Ausflug ins Briesetal ist ein Tipp für einen sonnigen Tag, denn hier wandert man beschützt unter einem Blätterdach durch die sommerliche Natur. Und falls es doch einmal regnen sollte: auch davor schützt das Blätterdach. Wir beginnen unseren Ausflug am S-Bahnhof Birkenwerder. Hergekommen sind wir mit der S 1 Richtung Oranienburg, die von der S-Bahn-Ring-Station Gesundbrunnen rund eine halbe Stunde Fahrzeit benötigt. Birkenwerder liegt im Landkreis Oberhavel, etwa drei Kilometer nördlich von Frohnau.

Beim Verlassen des Bahnhofs halten wir uns rechts und nehmen dann die erste Straße, Unter den Ulmen, links. Wir laufen durch ein Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und großen Gartengrundstücken. Nach etwa fünfhundert Metern führt uns die Verlängerung der Straße aus Birkenwerder heraus und über den Berliner Ring der A 10 in ein Fichtenwäldchen mit Waldschule und Spielplatz. Kurz danach erreichen wir die Briese, die wir überqueren und dann am linken Ufer entlanglaufen. Dieser kleine Nebenfluss der Havel entspringt im nordwestlich gelegenen Wandlitzer See, durchfließt eine Rinne der letzten Eiszeit, dann den Rahmer und Lubowsee, weiter durch die eiszeitliche Rinne und mündet östlich von Birkenwerder in den Oder-Havel-Kanal. Viele Radfahrer und Wanderer sind in dem Naturschutzgebiet unterwegs und genießen die einzigartige Idylle.

Glasklar fließt die Briese unter dem Blätterdach, das einzelne Sonnenpunkte auf dem Wasser tanzen lässt. Durch einen Erlenbruch geht es weiter, entlang des Wasserlaufs wachsen zahlreiche Sumpfgräser und Feuchtpflanzen. In den Bäumen tschilpen Buchfinken, Eichelhäher krächzen, Elstern keckern und am Wasser schnattern Entenpaare. Alle hundert Meter wechselt die Vegetation des Auenwalds. Je nach Bodenbeschaffenheit wachsen glattrindige Buchen, malerische Kiefern oder elegante Birken aus dem Waldboden. Von den Birken hat das Flüsschen Briese übrigens seinen Namen, Birken hießen auf slawisch „Breza“.

Torfstich und Harzgewinnung

An manchen alten Kiefern sieht man noch Spuren der Harzgewinnung, die hier zu DDR-Zeiten betrieben wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde in der Gegend auch noch Torf gestochen, und an drei Wassermühlen Korn gemahlen und Holz geschnitten. Davon ist noch eine bei Zühlsdorf zu sehen. Ansonsten steht lediglich ein verfallenes „Hexenhäuschen“ gleich am Anfang des Weges im Wald. Ansonsten gibt es einfach nur Natur pur. Nach etwa zwei Kilometern gelangen die Wanderer an ein faszinierendes Bauwerk, das die Briese zu einem kleinen See voller Entengrütze aufstaut. Hier haben Biberfamilien ein neues Biotop geschaffen.

Am Biberdamm überqueren wir die Briese ein zweites Mal und folgen ihr nun auf der rechten Seite Richtung Westen. In unmittelbarer Nähe des Biberdamms haben die Nager zahlreiche Bäume in ihrer typischen Sanduhr-Technik angefressen. Wer Proviant dabei hat, kann in Holzhütten oder an Tischen und Bänken eine Vesperpause einlegen. Viele Wanderer und Radfahrer überqueren allerdings beim Hinweis-Schild zur „Alten Försterei“ die Briese, und nehmen dort eine kleine Stärkung zu sich.

Von dem Imbiss-Lokal müssen wir zurück über die Briese und dann links weiter Richtung Zühlsdorf. Kurz vor Zühlsdorf geht es eine kleine Anhöhe hinauf in einen forstwirtschaftlichen Fichtenwald. Hier wird der Waldweg sandiger. An der nächsten Wegkreuzung biegen wir links ab und erreichen nach etwa einem Kilometer die Ausläufer des 2000-Einwohner-Ortes Zühlsdorf. Der sandige Untergrund wird nun von Pflastersteinen abgelöst, etwas weiter bringt uns eine Asphaltstraße an die evangelische Kirche. Davor kündet ein Findling von der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes 1375. Nach einem halben Kilometer erreichen wir den Bahnhof der historischen Heidekrautbahn, die hier vor dem Zweiten Weltkrieg verkehrte. Vor einigen Jahren wurde sie mit modernen Triebwagen reaktiviert und fährt immer zur vollen Stunde Richtung Berlin. Endstation ist Karow. Von dort geht es mit der S 2 zum S-Bahn-Ring.