Musikkomödie

Schweiß, Tränen und Zickenzoff

In Teil Zwei erhält die A-Cappella-Mädchentruppe Verstärkung durch Hailee Steinfeld: „Pitch Perfect 2“

Und wieder geht es um viel Musik. Um den perfekten A-Capella-Gesang. Um den wirkungsvollsten Auftritt. Um viele böse Worte. Und diesmal auch um ein bisschen Herzschmerz angesichts des bevorstehenden Endes der Universitätszeit. Die „Barden Bellas“ hatten 2012 in der Highschool-Komödie „Pitch Perfect“ noch ihre männlichen Erzrivalen von den „Treblemakers“ besiegt. Und weil das auch in Deutschland (mit mehr als einer Million Zuschauern) ein beachtenswerter Kino-Erfolg war, müssen die Mädels rund um Arrangeurin Beca (Anna Kendrick) und die ehrgeizige Chloe (Brittany Snow) noch einmal ran.

In „Pitch Perfect 2“ beginnt alles mit einem großen Auftritt vor niemand Geringerem als US-Präsident Obama. In einer Parodie auf Miley Cyrus’ „Wrecking Ball“-Video seilt sich Fat Amy (Rebel Wilson), die schwergewichtige australische Dampframme der Truppe, von der Decke ab – und entblößt dabei versehentlich ihren prallen Unterleib. „Sie hat dem Präsidenten ihr intimes Down Under gezeigt“, lästert sofort das schon aus dem ersten Teil bekannte dauerpräsente Moderatorenduo John (John Michael Higgins) und Gail („Tribute von Panem“-Star Elizabeth Banks, die hier übrigens ihr Regiedebüt gibt).

Ein fetter Skandal. Schande für die Uni, Auftrittsverbot für die „Barden Bellas“. Ein Schlupfloch in den Regularien (und im Drehbuch) erlaubt den „Bellas“ aber, bei den A-Capella-Weltmeisterschaften in Kopenhagen anzutreten. Was den Ehrgeiz der Mädels natürlich neu anstachelt. „Pitch Perfect 2“ ist ein klassisches Sequel, das die Erfolgsformeln seines Vorgängers nahtlos übernimmt. Die „Bellas“ als Multikultitruppe, wo von der leidensfähigen Latina bis zur schweigsamen Asiatin alle Klischees fröhlich durchdekliniert werden. Mit der schüchternen Emily (Hailee Steinfeld, die freche Göre aus „True Grit“ in ungewohnter Rolle) bekommt die Girlgroup einen Neuzugang, mit dem ein wenig Romantik und Tiefgang einzieht. Aber im Vordergrund stehen einmal mehr Schweiß, Tränen und Zickenzoff, bevor es zum geheimen Battle mit den Konkurrenten in einem Privatclub über ein Motivationscamp in der Wildnis bis zum großen Finale in Kopenhagen kommt.

Denn was wäre auch die Fortsetzung von „Pitch Perfect“ ohne seine saftigen Klischees, derben Sprüche und „Larger than life“-Attitüden. Tanzperformances sind eben größer als das Leben, und Filme darüber sowieso. So bekommen die „Bellas“ („Die sind zu hässlich, um Cheerleader zu werden“) genauso ihr Fett ab wie die Deutschen („Die hatten doch seit David Hasselhoff keinen guten Sänger mehr“), die hier in Form der Favoritenband „Das Sound Machine“ mit Netzhemden, markanten Gesichtern und hartem Dialekt ein so überzogenes Hassbild darstellen, dass es schon wieder Spaß macht. So ist „Pitch Perfect 2“ ein Gute-Laune-Film geworden, überraschungsfrei und hochironisch, oberflächlich und kurzweilig.

Musikkomödie: USA 2015, 108 min., von Elizabeth Banks, mit Anna Kendrick, Rebel Wilson

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