Stadt-Runde

Vom „Dorf der Pfälzer“ durch das Moor nach Neu-Helgoland

Unser Weg führt uns in das einzige friderizianische Angerdorf Berlins, nach Müggelheim am südöstlichen Rand des Bezirks Treptow-Köpenick. Der Bus X69 bringt uns vom S-Bahnhof Köpenick nach Müggelheim/Dorf. Wir sind direkt am von alten Bäumen bestandenen Dorfanger, einem Flächendenkmal. Gesäumt wird der Anger von Original-Gehöften aus der Anfangszeit von 1747. Müggelheim wurde damals von 20 Pfälzer Einwandererfamilien gegründet.

Gegenüber der Haltestelle befindet sich die neueste Errungenschaft, das kleine Heimatmuseum in Fachwerktechnik, in dem alte landwirtschaftliche Geräte ausgestellt sind. Es wurde erst 2014 fertiggestellt und steht an der Stelle, wo früher ein Schul-Nebengebäude stand. Daneben steht die denkmalgeschützte alte Schule von 1890, in der heute der Dorfklub der Sitz des Heimatvereins ist. Die kleine denkmalgeschützte Dorfkirche von 1804 ein paar Schritte weiter überrascht durch ihre quadratische Form. Am Ende des Dorfangers steht das Denkmal für Müggelheims berühmtesten Sohn: Johann Jacob Baeyer, den Erfinder der Erdvermessung.

Wir verlassen den Dorfanger in Richtung Tankstelle. Rechter Hand steht die kleine, ebenfalls denkmalgeschützte Feuerwache von 1926 – direkt am Ufer der Großen Krampe. Riskieren Sie ruhig einen Blick aufs Wasser! Nun gehen Sie weiter geradeaus an der Tankstelle vorbei. Nach den letzten Häusern nehmen Sie links den breiten Forstweg in den Wald hinein. Zuerst an den Häusern entlang, dann mitten in den Wald hinein. An der vierten Kreuzung – dort steht eine hölzerne Sitzgruppe – biegen Sie nach links ab. Dort ist die Krumme Laake, ein kleines Moor, das gerade renaturiert wird. Dort gehen Sie geradeaus weiter.

Der Weg wird schmaler und führt mitten ins Moor hinein. Wo das Moor endet, wird der Weg wieder breiter und nach etwa 100 Metern taucht links der idyllische See auf. Wir stoßen auf einen breiten Weg und gehen nach rechts. An der nächsten großen Kreuzung gehen wir nach links, der Weg führt leicht bergab. Wir steuern auf bewohntes Gebiet zu. An der Kreuzung direkt vor den ersten Häusern biegen wir nach rechts ab und gehen immer geradeaus bis zur Odernheimer Straße.

Dort biegen wir nach rechts ab, an der Busendhaltestelle vorbei, in den Neuhelgoländer Weg hinein. Nach einigen hundert Metern stoßen wir auf den Fähranleger an der Müggelspree und das historische Ausflugsrestaurant Neu-Helgoland. Das alte „Neu-Helgoland“ wurde 1897 direkt an der Müggelspree, die hier ihren Weg stromabwärts durch den Kleinen zum Großen Müggelsee findet, erbaut und existierte bis zum 1. Januar 2002, als es durch Brandstiftung völlig zerstört wurde. Ein Jahr später, am 31. Dezember 2002 konnte das neu errichtete Neu-Helgoland wieder eröffnet werden. Mehrmals täglich werden von dort aus Müggelsee-Rundfahrten angeboten.