Stadt-Runde

Historische Bauten und moderne Bars in Friedrichshain

Wir starten zu unserer Stadt-Runde an der Sonntagstraße.

Hinter uns liegt der S-Bahnhof Ostkreuz, daneben der mehr als 50 Meter hohe Wasserturm. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde zwischen den Jahren 1909 und 1912 erbaut und diente der Wasserversorgung von Dampflokomotiven. Seit Jahren steht der Turm leer und wurde jetzt von der Bahn für eine sechsstellige Summe verkauft. Wir kreuzen die Lenbachstraße und ziehen an immer mehr Bars, Restaurants und Kleiderläden vorbei.

Einige Minuten später gelangen wir zur „Tussy Lounge“. Dort können alle, die sich in einem Wohnzimmer der 60er-Jahre wohlfühlen, Milchshake, Kaffee oder Wein schlürfend ihre Haare legen lassen. Das Geschäft befindet sich in der denkmalgeschützten Wohnanlage Helenenhof, die von 1904 bis 1906 von Erich Köhn für den Beamten-Wohnungsverein zu Berlin errichtet wurde. Benannt wurde die Wohnanlage nach Helene von Budde, der Ehefrau des preußischen Generaldirektors der deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, Hermann von Budde. In den 90er-Jahren wurde der Helenenhof saniert.

Wir biegen rechts in die Holteistraße ein, schauen den Kindern und Hunden auf dem Wühlischplatz zu und verweilen beim Nilpferdbrunnen. Aus den Nüstern des Tieres sprudeln zwei kleine Wasserfontänen, auf seinem Rücken spähen zwei winzige Jägerfiguren nach Beute. Nach kurzer Rast geht es weiter nach links in die Wühlischstraße. Schnell sind wir bei „Gingersboat“ angekommen. Auf der Glastür des Ladens klebt ein Aufkleber „Wir retten das Tor. 100 Jahre Knorrpromenade. Ich rette mit!“. Nach rechts gehen wir durch die letzten verbliebenen Schmucktore der historischen Wohnanlage und können die schönen Häuser der 1911 bis 1913 angelegten Allee bewundern. Eine kleine Ruheoase, benannt nach Georg Knorr, dem Techniker und Erfinder der Einkammerschnellbremse. Am Fußball- und Basketballplatz am Ende der Promenade gelangen wir in die Krossener Straße. Fröhlich geht es in den Cafés und Bars rund um den Boxhagener Platz zu. Am Sonnabend ist dort Wochenmarkt, sonntags findet ein Floh- und Künstlermarkt statt. Für die Kinder gibt es einen Spielplatz.

Wir biegen links in die Gärtnerstraße ein, die später zur Modersohnstraße wird. Rechts ist ein Hundeauslaufplatz, vor uns die Revaler Straße. Würden wir ihr folgen, gelangen wir in einen der Clubs, eine Bar, ein Atelier oder zur Kletterwand auf dem RAW-Gelände. Wir gehen aber auf die Modersohnbrücke. Die Stabbogenbrücke wurde nach dem Maler Friedrich Wilhelm Otto Modersohn benannt und wurde 2002 als Ersatz für die zuvor abgerissene in Betrieb genommen.