Bühnencheck

Endstation Ehehölle

Die Ehe ein Auslaufmodell? Wenn es Ehnert versus Ehnert heißt, glaubt man sofort daran. Angeblich hat Jennifer ihren Mann nämlich nur geheiratet, weil er gut zu ihrer Einrichtung passt. Michael hingegen behauptet, was ihn davon abhält, glücklich zu sein, sei seine Frau. Ihm komme es vor, als wäre er schon 15 Jahre in dieser Zweierkiste gefangen. Klar, dass sie das letzte Wort haben muss und ihn umgehend korrigiert. Es sind erst acht Jahre Ehehölle. Zeit ist eben sehr relativ für Verheiratete.

Bereits in ihrer Rosenkrieg-Komödie „Küss langsam“ gierten die beiden Hamburger Künstler Jennifer und Michael Ehnert förmlich nach der Scheidung. Nun, in ihrem zweiten Programm „Zweikampfhasen“, das jetzt im BKA-Theater Berlin-Premiere feiert, stehen sie als eines der letzten drei Ehepaare auf Erden kurz vor der Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches.

Obwohl das Schauspieler- und Ehepaar den verzweifelten Gang zu den „AA“, den „Anonymen Angetrauten“, schon hinter sich hat, scheint eine Versöhnung unmöglich. In der Regie von Martin Blau fetzen sich die zwei nicht nur wie die Kesselflicker, die Ehekriegsveteranen schlüpfen auch noch in viele weitere Rollen. Etwa den Ex-Lover, die Therapeutin, einen Scheidungsanwalt oder den besten, schwulen Schauspielerfreund.

Das Schauspiel-Kabarett aus der Feder von Michael Ehnert ist so vergnüglich wie vielschichtig. Messerscharfe Screwball-Dialoge und verbale Kinnhaken zeugen zwar von unüberbrückbaren Differenzen, doch die Hoffnung auf ein Happyend stirbt bekanntlich zuletzt. „Zweikampfhasen“ im BKA-Theater ist ein turbulenter, klasse Eheclinch, der es in sich hat.

BKA Theater Mehringdamm 34, Kreuzberg, Tel.: 202 20 07, 23.–25.4., 20 Uhr, Karten ab 18 Euro