Kleine Entdeckungen

Die Stifter von Wilmersdorf

Großzügig ist es gebaut, das vierstöckige Haus mit angrenzendem Garten an der Wilhelmsaue.

Schlichte Tafeln am Eingang nennen das Bezirksamt als Besitzer, die Comenius-Schule als Betreiber integrativer Hortgruppen. Man muss schon den Hals recken, um hoch über der säulenumrahmten Tür zu lesen: „Christian u. Auguste Blisse-Stiftung“. Georg Christian Blisse (1823-1905), Spross einer Wilmersdorfer Bauernfamilie, profitierte ganz besonders vom Verkauf seiner Ländereien im Zuge des Berliner Baubooms Ende des 19. Jahrhunderts. Fortan konnten der Kommunalpolitiker und seine Frau Auguste Amalie schon zu Lebzeiten Glocken und Orgel der benachbarten Auenkirche finanzieren. Per Testament stiftete das kinderlose Paar den Großteil seines Drei-Millionen-Goldmark-Vermögens für Neubau und Unterhalt eines evangelischen Waisenhauses. 1911, vier Jahre nach dem Tod der Auguste Blisse, wurde das „Blissestift“ eröffnet. Die dankbare Stadt Wilmersdorf benannte eine Straße und eine U-Bahnstation nach ihren Wohntätern und würdigte sie mit einer Ehrengrabstätte.