Stadt-Runde

Besuch bei den Ziegen in der Danckelmannstraße

Der kurze Spaziergang durch einen lebendigen Kiez führt vom Rathaus Charlottenburg zum Ziegenhof an der Danckelmannstraße.

Wir steigen am Bahnhof Richard-Wagner-Platz aus der U-Bahn und nehmen uns ein wenig Zeit, um die Mosaike in den Eingangshallen anzusehen: Sie zeigen historische Figuren wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach.

Am Ausgang Otto-Suhr-Allee verlassen wir den U-Bahnhof und stehen vor dem Rathaus Charlottenburg. Der monumentale Bau ist heute Sitz des Bezirksbürgermeisters, der Bezirksverordnetenversammlung und mehrerer Abteilungen des Bezirksamtes, außerdem beherbergt er die Heinrich-Schulz-Bibliothek. Im zweiten Obergeschoss des Bezirksamtes erinnert die Gedächtnishalle an die Gefallenen der Weltkriege und an die Opfer des NS-Regimes.

Auf der Otto-Suhr-Allee gehen wir jetzt in Richtung Westen und biegen hinter der Richard-Wagner-Straße schräg links in die nach dem ehemaligen Charlottenburger Bürgermeister Kurt Schustehrus benannte Straße ab. Nach wenigen Metern ist vom Verkehrslärm der Otto-Suhr-Allee kaum noch etwas zu hören und zwischen Wilmersdorfer Straße und Gierkeplatz ändert sich auch das Straßenbild. In der Schustehrusstraße 13 steht das älteste noch erhaltene Wohnhaus Charlottenburgs, in dem heute das Berliner Keramik-Museum untergebracht ist. Die umfangreiche Sammlung umfaßt Gefäße, Plastiken sowie Bau- und Ofenkeramik des 19. und 20. Jahrhunderts.

Vorbei an Geschäften, Galerien und Restaurants laufen wir weiter Richtung Westen, überqueren den Gierkeplatz mit der Luisenkirche und kreuzen die Kaiser-Friedrich-Straße. Auf Höhe der Nithackstraße biegen wir in den Schustehruspark ab. Der Park ist heute eine öffentliche Grünanlage, war aber bis 1911 der Privatgarten der Villa Oppenheim. In dem ehemaligen Sommersitz der Familie Oppenheim an der Westseite des Parks hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf 2012 sein Heimatmuseum eröffnet.

Durch den Otto-Grüneberg-Weg kommen wir zur Schloßstraße und laufen auf der Seelingstraße weiter bis zur Danckelmannstraße. Hinter dem Durchgang des Hauses Danckelmannstraße 16 verbirgt sich ein kleines Charlottenburger Kinderparadies: Zwischen den Häusern leben Ziegen und Hühner, es gibt einen Obst- und Gemüsegarten und Spielflächen. Vor mehr als 30 Jahren wehrten sich Kiezbewohner gegen eine geplante Bebauung des Geländes und richteten die Gemeinschaftsfläche mit Ziegenhof ein, die die Anwohner bis heute selbst pflegen.

Auf der Danckelmannstraße laufen wir weiter bis zur Bismarckstraße. Am U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz endet unser Spaziergang.