Arnos Woche

Menü statt Imbiss?

Arno Müller über Premiumküche in einem Schnellrestaurant

Bisher war McDonald’s ein Ort, an dem man schnell etwas zu Essen zu sich genommen hat. In Eile verdrückt man seinen Burger und hastet weiter. Das ist McDonald’s: Fast Food – schnelles Essen. Damit verdient die Kette eine Menge Geld, 4,7 Milliarden US-Dollar alleine im vergangenen Jahr. Obwohl das einer der höchsten Gewinne der Firmengeschichte war, war es schon mal mehr, im Jahr 2013 über 5,5 Milliarden Dollar.

Klar, dass das Management also darüber nachdenkt, wie die Einnahmen wieder zu erhöhen sind. Eine Idee, die gerade Schlagzeilen macht, ist, dass sie – weg von der Selbstbedienung – nun einen Tischservice anbieten. Das heißt: hinsetzen, beim Kellner bestellen, servieren lassen. Außerdem soll das Essen „Premiumküche“ sein. Man bietet bei einer Fast-Food-Kette Drei-Gänge-Menüs an? Da frage ich mich, was das soll. Ein altes Sprichwort sagt schon: Schuster bleib bei deinen Leisten! Fast Food, was McDonald’s für uns alle ausmacht, ist eben nicht Slow Food. Wenn ich Premiumküche essen will, gehe ich zum Premiumkoch und nehme mir die Zeit, den Abend zu genießen. Aber doch nicht bei einer Fast-Food-Kette.

Es gibt zwei Dinge, die mich bisher davon abgehalten haben, öfter zu McDonald’s zu gehen: Zum einen, dass es nicht genügend fettarmes Essen gibt. Aber in allererster Linie hat mich geärgert, wenn sich am Tresen lange Schlangen gebildet haben und die Leute auf ihre Pommes Frites ewig warten mussten. Wenn ich das sehe, setze ich keinen Fuß über die Schwelle. Für Fast Food will ich nicht anstehen!

Vielleicht sollte McDonald’s also eher darüber nachdenken, wie sie auch in Stoßzeiten schneller werden können und nicht das genaue Gegenteil ausprobieren.

Arno Müller ist Programmdirektor von 104.6 RTL und Moderator von „Arno und die Morgencrew“ (Montag bis Freitag von5 bis 10 Uhr)