Stadt-Runde

Im tiefen Südwesten der Stadt vom Mexikoplatz nach Düppel

Unseren Spaziergang beginnen wir im tiefen Südwesten Berlins, dort wo Zehlendorf nobel und großbürgerlich ist, am Mexikoplatz.

Hierher gebracht hat uns die S-Bahnlinie 1. Nachdem wir den Bahnhof verlassen haben, drehen wir uns noch einmal um und bestaunen den leicht verspielten Jugendstil des markanten Gebäudes mit seiner schindelziegelgedeckten Kuppel, aus der vier Schornsteine himmelwärts ragen. Entworfen haben den Bahnhof Anfang des 20. Jahrhunderts die Architekten Gustav Hart und Bruno Lesser, die auch den Bahnhof Frohnau und den Innenausbau des Weinhauses Kempinski am Potsdamer Platz planten.

Auch die weitere Bebauung des Platzes lädt zum Betrachten ein. Herrschaftliche Häuser, teilweise mit architektonischem Bezug zum Bahnhofsgebäude, mit kleinen Türmchen und Kuppeln sowie großen, ländlich anmutenden Giebeln begrenzen den Platz Richtung Nordosten. Zu ebener Erde wird er von der Argentinischen Allee durchtrennt.

Sonnabends wird auf dem Bahnhofsvorplatz ein Wochenmarkt gehalten. Wir gehen nach links, unterqueren die Bahngleise und sind in der breiten Lindenthaler Allee. Der folgen wir durch das großbürgerliche Wohngebiet bis zur Potsdamer Chaussee und darüber hinaus. An der Clauertstraße biegen wir ab und spazieren an dem Gelände des Museumsdorfs Düppel entlang bis zu dessen Eingang. Wer mehr Zeit hat, besucht das rekonstruierte mittelalterliche Dorf. Aber eigentlich ist das Freilichtmuseum einen eigenen Besuch wert.

Vom Museumsdorf gehen wir rechts auf der Berlepschstraße Richtung Südwesten an der Südseite des Museumsdorfes entlang. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Häuser zweigeschossig, teilweise stammen sie aus den Dreißigerjahren. Ein Stück weiter werden Sie abgelöst von mehrgeschossigen Siebzigerjahre-Wohnhäusern. Am Ende der Berlepschstraße erreichen wir den ehemaligen Grenzübergang Düppel. Ein mannshoher Findling und eine Tafel erinnern an Menschen, die an diesem Teil der Berliner Mauer den Fluchtversuch mit dem Leben bezahlen mussten.

An der Grenze zu Brandenburg biegen wir rechts in die Benschallee. Linkerhand liegen die Gärten der Kolonie Schlachtensee Süd. Durch eine Grünanlage gelangen wir an die Straße Am Rohrgraben, die uns in den Yehudi-Menhuin-Park führt. Der ist wegen seiner großen Kletterburg ein Anziehungspunkt für Eltern mit Kindern. Am kleinen Weiher vorbei gehen wir zurück zur Potsdamer Chaussee. Von dort geht es zurück zur Lindenthaler Allee und von dort wieder zum Mexikoplatz.