Für den guten Zweck

Mit Mozart Kindern aus der Not helfen

Zum 20. Mal findet die Benefizgala des Lions Clubs zugunsten Berliner Projekte statt

„Es ist der feste Wille aller Clubmitglieder, Berliner Kindern in Not zu helfen. Wir wollen aber nicht einfach das Scheckbuch zücken, sondern selbst aktiv werden“, erzählt Friedrich Lahmann, der Präsident des Lions Clubs Berlin-Wannsee. Es ist ein kleiner Club mit 24 Mitgliedern, der sich jedes Jahr wieder in die Organisationsarbeit für die jährliche Lions-Benefizgala stürzt. Jetzt feiern die Lions das 20-jährige Jubiläum des Events.

Indirekt war die Deutsche Oper Berlin von Anfang an beteiligt. Blechbläser aus dem Opernorchester spielten schon bei der ersten Gala im Jahr 1995. Seit 1997 findet das Benefizkonzert in Kooperation mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin statt. „Die Zustimmung bei unseren Kollegen ist überwältigend“, so der Cellist Johannes Petersen. Mit dem Fagottisten Holger Simon organisiert er die Gala von der Orchesterseite aus.

„Wir bemühen uns um ansprechende und abwechslungsreiche Programme. Jedes Jahr suchen wir ein neues Thema“, so Petersen. Er denkt gern an das große „Romeo und Julia“-Projekt mit tanzenden Jugendlichen, die Carmina Burana, die Mischung aus Jazz und Oper, den Wiener Abend im letzten Jahr oder das „(Un)sin(n)foniekonzert“ zurück. Meist übernahmen Prominente – Loriot, Alfred Biolek, Eckart von Hirschhausen oder Maybrit Illner – die Moderation. Am Pult standen Dirigenten wie Gerd Albrecht, Michail Jurowski und Sebastian Weigle. Donald Runnicles sagte schon für einen Galaabend zu, bevor er Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin wurde.

Bei der 20. Benefizgala am 27. April lautet das Motto „Zauberflöte. Jupiter. Mozart.“. Zum ersten Mal wird Hartmut Haenchen das traditionsreiche Benefizkonzert dirigieren. Es wird gleichzeitig sein Debüt beim Orchester der Deutschen Oper. „Ich habe 20 Jahre lang in seinem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach gespielt, das sich im letzten Jahr aufgelöst hat. Ich bin sehr froh, dass wir dann auf die Idee gekommen sind, ihn zu fragen“, sagt Petersen. Beim Mozart-Abend stehen berühmte und unterhaltsame Werke auf dem Programm: u. a. die Jupiter-Sinfonie, die Ouvertüre und Arien aus der „Zauberflöte“, die Sinfonia concertante KV 297b und das Terzett „Liebes Mandel, wo ist’s Bandel?“.

„Es ist fantastisch, dass wir dieses Weltklasseorchester als Partner haben“, freut sich Lions-Präsident Lahmann. Diesmal engagieren sich auch gleich sechs Gesangssolisten für den guten Zweck: Hulkar Sabirova, Peter Maus, Clemens Bieber, Paul Kaufmann, Jörg Schörner und Markus Brück. Familienministerin Manuela Schwesig ist Schirmherrin. Seit 2007 findet die Gala in der Deutschen Oper statt. Von den Technikern bis zur Marketing-Abteilung unterstützen alle Mitarbeiter des Hauses das große Projekt.

Vor dem Konzert gibt es immer einen Sektempfang. Bei der anschließenden Feier kommen die Besucher mit den Künstlern ins Gespräch. Diesmal wird es zusätzlich eine Tombola geben. Alle Künstler treten unentgeltlich auf. Der Betrag, der am Ende für die Kinderprojekte zur Verfügung steht, ist immer fünfstellig. In den vergangenen Jahren gingen die Spenden an Projekte für Drogenprävention, das Klingende Museum, „Mentoren für Schüler“ oder das „KIMBAmobil“, in dem junge Menschen gesundes Essen zubereiten lernen.

In diesem Jahr werden das Kinder- und Jugendhaus Bolle des Straßenkinder e.V. und ein Gewaltpräventionsprojekt der Polizei gefördert. „Wir besuchen jedes Jahr zwei, drei Projekte“, erzählt Friedrich Lahmann. „Wenn wir sehen, wie dringend die Spenden gebraucht werden, gibt uns das immer wieder neue Motivation.“

Mo, 27. April, 19 Uhr