Stadt-Runde

Wo die Mark Brandenburg geboren sein soll

Wir starten unsere Runde an der Havelchaussee beim Wirtshaus Schildhorn, das täglich ab zwölf Uhr geöffnet hat.

Dort gibt es Parkplätze, außerdem hält der Bus 218 vor der Tür. Im Winter fährt er jedoch nur im Zweistundentakt (den Abfahrtsplan vom Theodor-Heuss-Platz beziehungsweise S-Bahnhof Heerstraße unter traditionsbus.de/linie_218.htm).

Hinter dem Wirtshaus führt der Weg vorbei am Seehotel Grunewald, dahinter rechts auf die Landzunge Schildhorn, an deren Spitze sich ein wunderbarer Blick über die Havel öffnet. Links führt ein Waldweg zum Jaczo- oder Schildhorndenkmal . 1845 wurde die Säule von Friedrich August Stüler nach Skizzen von König Friedrich Wilhelm IV. errichtet. Das Denkmal erinnert an eine Sage, die die Geburtsstunde der Mark Brandenburg beschreibt. Demnach floh 1157 der letzte Slawenfürst Jaczo vor Albrecht dem Bären aus Köpenick. Angeblich wurde Jaczo bis nach Gatow getrieben, und erst mit einem Sprung ins Wasser soll er seine Verfolger abgeschüttelt haben. Pferd und Reiter drohten zu ertrinken. Da soll Jaczo dem Gott seines Feindes Treue geschworen haben, wenn dieser ihn retten würde. Daraufhin soll er die Landzunge Schildhorn erreicht und aus Dankbarkeit seinen Schild an eine Eiche gehängt und sich zum Christentum bekannt haben. Das Denkmal wurde 1945 zerstört, fünf Jahre später aber wiederhergestellt.

Vom Denkmal geht der Weg wieder zurück und weiter an der Havel entlang Richtung Süden. Wir kommen bald zum Kuhhorn , einem schönen Strandstück, das im Sommer von der DLRG bewacht wird und dann zum Baden einlädt. Bald darauf gelangen wir zu einer weiteren bewachten Badestelle unterhalb des Grunewaldturms. An dieser gehen wir auch vorbei, bis links drei Wege abgehen. Es empfiehlt sich, den mittleren Weg zu nehmen, weil bei ihm im Gegensatz zum Treppenaufgang die Wegführung klar ist. Wir erklimmen den Karlsberg und blicken linkerhand auf den 55 Meter hohen Grunewaldturm im Stil der märkischen Backsteingotik. 1899 wurde der Aussichtsturm eingeweiht, der an den 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. erinnern sollte. In 36 Metern Höhe gibt es eine Aussichtsplattform, zu der man über 204 Stufen aufsteigen kann (Eintritt: drei Euro).

Nach dem Besuch kann man sich noch im benachbarten Restaurant stärken. Turm und Restaurant sind täglich ab zehnUhr geöffnet. Entweder kann man dann den Bus 218 zum Startpunkt nehmen oder auf dem Havelhöhenweg oberhalb des Ufers zurück zum Schildhorn laufen.