Stadt-Runde

Vom Platz der Luftbrücke bis zum Südstern

Ganz egal, wo man auf dem Platz der Luftbrücke steht, sie sieht man von allen Straßenseiten aus: die „Hungerharke“ oder auch „Hungerkralle“, wie das Luftbrückendenkmal vor dem ehemaligen Flughafen Tempelhof genannt wird.

Seit 1951 ragt sie an der großen Kreuzung imposant in die Höhe. Als Symbol für die Luftbrücke, über die West-Berlin von den Westalliierten 1948/49 von „Rosinenbombern“ mit allem Lebensnotwendigen versorgt wurde, erinnert es mit einer Namenstafel auch an die 78Menschen, die dabei ums Leben kamen. Die Inschrift am Rundsockel lautet: „Sie gaben ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“.

Wenn man den begrünten Platz um das Denkmal in Richtung Columbiadamm verlässt, sieht man schon nach kurzer Zeit auf der linken Seite zwei der berühmtesten Konzerthallen der Stadt: die Columbiahalle und den C-Club . Am besten ist es, wenn man auf der gegenüberliegenden Seite der Columbiahalle weiter geht – dann kann man nämlich etwa auf dieser Höhe das Flughafen-Gelände betreten und muss nicht direkt am Columbiadamm entlang gehen. Links, auf der anderen Straßenseite, ragen die roten Backsteinfassaden der Polizei-Verwaltung in den Himmel, rechts, direkt neben einem, die grauen, fensterdurchzogenen ehemaligen Flughafengebäude. Auf Höhe der Golßener Straße muss man wieder direkt an der Straße gehen.

Etwa an dieser Stelle sieht man von weitem schon zwei wunderschöne, fast märchenhafte Türme aufragen. Sie gehören zur Sehitlik-Moschee , die direkt neben dem ehemaligen Flugfeld „Tempelhofer Freiheit“ steht und der als bauliches Vorbild die osmanische Architektur des 16. und 17. Jahrhunderts diente. Die Moschee wurde zwischen 1999 und 2005 errichtet. Ein Besuch lohnt.

Wer den Ausflug nicht unterbrechen mag, überquert direkt vor dem Schild, dass den Beginn von „Neukölln“ anzeigt, die Straße. Vorsichtig, bitte! An dieser Stelle gibt es keinen Fußgängerüberweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt die Lilienthalstraße. Eine Sackgasse, die an dieser Stelle nur von Fußgängern und Radfahrern frequentiert wird. Im Sommer kann man von dort aus auf dem großen Außengelände der Turngemeinde in Berlin 1848 e.V. (TIB) die verschiedene Sportarten bewundern, die die Mitglieder von Berlins ältestem Sportverein ausüben. Die Lilienthalstraße führt zum U-Bahnhof Südstern an der Hasenheide, vorbei an schönen alten Häusern und der St. Johannes Basilika.