Stadt-Runde

Museums-Ausflug zwischen Gegenwart und Zukunft

2021 soll das Museum der Moderne fertig sein – noch ist nicht endgültig klar, wo genau es stehen wird. Um die möglichen Bauplätze und ihre Umgebung geht es beim Spaziergang in dieser Woche. Wir starten an der Potsdamer Brücke, die mit mehreren Buslinien gut zu erreichen ist. Unser erstes Ziel ist die Neue Nationalgalerie (www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/neue-nationalgalerie/home.html). Der 1968 eröffnete Bau von Ludwig Mies van der Rohe ist seit Jahresbeginn für eine Generalsanierung geschlossen, die gläserne Halle liegt verlassen auf der Granitterrasse.

Auf der Terrasse gehen wir um das Gebäude herum, bis wir über eine Treppe die Sigismundstraße erreichen. Vor uns liegt jetzt einer der diskutierten Standorte : Das Gelände gehört der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (www.preussischer-kulturbesitz.de) und dem Land Berlin, das Gebäude wird derzeit von der Verwaltung der Staatlichen Museen genutzt. Obwohl das einen Neubau erleichtern würde, ist ein anderer Bauplatz der klare Favorit. Um ihn zu erreichen, laufen wir an der Matthäikirche (www.stiftung-stmatthaeus.de) vorbei, die mehr als hundert Jahre älter ist als die anderen Gebäude auf dem Kulturforum. Der Ziegelbau wurde 1846 fertiggestellt. Zwischen Matthäikirchplatz und Potsdamer Straße liegt das Grundstück, auf dem Kulturstaatsministerin Monika Grütters und inzwischen offenbar auch das Land Berlin und die Stiftung das Museum am liebsten bauen wollen. Der Platz hat derzeit nicht mehr zu bieten als einige Bäume und verstreute Skulpturen. Eigentümer sind das Land Berlin, die Evangelische Kirche und ein Privatbesitzer, Verkaufsverhandlungen laufen.

Auf der anderen Seite der Potsdamer Straße erblicken wir die Neue Staatsbibliothek (www.staatsbibliothek-berlin.de), ebenfalls Teil des Kulturforums. Wir aber spazieren in die andere Richtung und betreten die große Schräge zwischen Gemäldegalerie , Kupferstichkabinett und Kunstgewerbemuseum (www.smb.museum/home.html). Hinter Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum liegt ein weiteres Grundstück , das als möglicher Bauplatz für das neue Museum galt, jetzt aber offenbar nicht mehr im Rennen ist. Dort könnten wir uns jetzt zwischen mehreren Ausstellungen entscheiden: Die Kunstbibliothek beispielsweise zeigt die Mario-Testino-Ausstellung „In Your Face“, das Alice Museum will in der Gemäldegalerie mit „Pup up Cranach“ Kindern die Alten Meister näher bringen.

Anschließend geht es weiter, vorbei am Kammermusiksaal und der Philharmonie (www.berliner-philharmoniker.de). Wir biegen rechts ab in die Tiergartenstraße und kommen zum Denkmal , mit dem der Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde gedacht wird (www.stiftung-denkmal.de/denkmaeler/gedenk-und-informationsort-fuer-die-opfer-der-ns-euthanasie-morde.html).

An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab in die Ben-Gurion-Straße. Sie trägt seit dem 1. Juni 2005 den Namen des israelischen Politikers David Ben-Gurion (1886-1973). Der Mitbegründer der sozialdemokratischen Partei bemühte sich um die Aussöhnung von Juden und Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.