Bühnencheck

Die Sache mit den Fischen

Der röchelnde Husten tief unter der Bühne klingt gotterbärmlich.

Als dann ein dicker blauer Fisch aus einer Bodenluke auftaucht, wundert sich niemand mehr darüber. Die staubtrockene Luft ist nun mal nicht sein Element. Dennoch lässt es sich der Kiemenatmer nicht nehmen, todernst ein schräges Gedicht vorzutragen, das Programm und Titel zugleich ist: „Blaue Fische furzen in Rom“. Der Abend steht nämlich ganz im Zeichen des herzerfrischenden Nonsens.

Die lustige Lyrik ist offensichtlich ansteckend, denn plötzlich werden alle auf der Bühne der Woesnerei vom Gedicht-Virus angesteckt und tragen Humoristisches in Versform vor. Etwa das Gedicht von der kleinen nackten Schnecke oder den „Song, der keinen Inhalt hat“. Hauptsache irgendwas in der Tradition von Joachim Ringelnatz bis Christian Morgenstern. Den urkomischen, teils frivolen Unsinn ersonnen haben Ralph und Ingo Woesner, die im Herbst 2013 in der ehemaligen Schankhalle des Pfefferbergs das Pfefferberg Theater eröffneten. Seit Herbst 2014 heißt das Theater Woesnerei.

Auch der skurrile Abend mit Gedichten, Geschichten und Liedern, laut Ralph Woesner ein „loses Sammelsurium von philosophischen und dichterischen Abfällen“, passt bestens ins Konzept. Gemeinsam mit Moritz Röhl und Überraschungsgast Eva Medusa Gühne sorgen die Woesners für entspannte Kurzweil. Dabei zeigt sich das Quartett in verschiedensten Rollen äußerst wandlungsfähig. Als besonders ergötzlich erweist sich eine Handvoll übergroßer Puppen, darunter der Fliegenpilz Ulrich, der sich für einen Charakterdarsteller hält, und Theaterpsychotherapeut Dr. Freude. Ein Spaß für Fans von gehobenem Quatsch.

Woesnerei – Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, Tel. 91 20 65 82 88, 28. & 29.1., 10., 14., 19., 21., 25. & 29.2., 20 Uhr, Karten kosten 21,50–24,50 Euro