Straßennamen

Carl-Schurz-Straße

Die Carl-Schurz-Straße ist als Adresse des Spandauer Rathauses gut bekannt.

Einst lag an dieser Straße auch das Zuchthaus. Der Namensgeber, Carl Schurz, stand auf Kriegsfuß mit den preußischen Behörden. Er wurde 1829 in der Nähe von Köln geboren, studierte Philologie und Geschichte in Bonn. Schurz war einer der Führer der Revolution von 1848/49, und ein Abenteurer. Die Revolution scheiterte. Viele Aufständische wurden erschossen, andere verhaftet. Schurz jedoch konnte fliehen. Und vollbrachte das Husarenstück seines Lebens. Er befreite seinen Freund und Mitstreiter, den Theologen Gottfried Kinkel, aus dem Zuchthaus Spandau. Es war die Nacht vom 6. zum 7. November 1850, als der 21-jährige Schurz das waghalsige Unternehmen durchzog. Er hatte sich verkleidet, falsche Papiere besorgt, und einen Gefängnisoffizier bestochen. Kinkel konnte sich aus dem Zuchthaus abseilen. Beide flüchteten über Rostock ins Ausland. Schurz zog 1852 mit seiner Frau nach New York, wo er 1906 starb. Unter Präsident Abraham Lincoln war er Botschafter der USA in Spanien. Später wurde er Bundessenator von Missouri und amerikanischer Innenminister. In seinen Lebenserinnerungen hat Schurz die Befreiung Kinkels beschrieben.