Straßennamen

Gertraudenstraße

Eine Wohltäterin der Armen war sie und eine belesene Frau.

Nach Gertrud von Nivelles ist die Gertraudenstraße in Mitte benannt. Ihr Vater war Pippin der Ältere, Stammvater des Königsgeschlechts der Karolinger. Gertrud wurde um 626 in Belgien geboren. Sie war Äbtissin im Kloster Nivelles, gegründet von ihrer Mutter.

Weil sie sich sehr für die Betreuung von Kranken und Pilgern einsetzte, wurde Gertrud zur Patronin der Spitäler, die im Mittelalter oft nach ihr benannt wurden, so auch das Gertraudenhospital in Berlin. Der Name „Spittelmarkt“ (von „Spital“) erinnert daran, ebenso das Bronzedenkmal der Heiligen auf der Gertraudenbrücke. Die Äbtissin war eine hervorragende Kennerin der Bibel und engagierte sich für die Bildung junger Mädchen. Einer Legende zufolge hat Gertrud durch ein intensives Gebet die Stadt Nivelles von einer Mäuse- und Rattenplage befreit.

Gertrud von Nivelles wurde nur 33 Jahre alt. Ihr Körper sei wegen übermäßigen Fastens und Nachtwachen im Kloster geschwächt gewesen, heißt es im Bericht eines Mönchs. Ihr Todestag, der 17. März, gilt als Beginn der Gartensaison und kommt in Bauernregeln vor, etwa: „Wer dicke Bohnen und Möhren will essen, darf St. Gertraud nicht vergessen.“