Kleine Entdeckungen

Übergroßes Denkmal im Garten

Das Böhmische Dorf inmitten des Neuköllner Altstadt-Kiezes ist schon ein pittoreskes Fleckchen.

Der Comenius-Garten setzt noch einen drauf. Drückt man den Klingelknopf des hölzernen Lattenzaunes an der Richardstraße 35, öffnet sich ein kleines Gartenparadies. Ein Sandweg mäandert über das zu zwei Seiten von zumeist schmucken alten Wohngebäuden flankierte, lang gezogene Grundstück. Eine hölzerne Brücke führt über einen schmalen Wasserlauf, ein Kräutergarten mit kleinem, runden Granit-Wasserbecken wird von einer Besucherin zum Meditieren genutzt. Der Namensgeber der öffentlich zugänglichen Gartenanlage, der tschechische Theologe, Philosoph und Pädagoge Johann Amos Comenius (1592–1670), steht überlebensgroß als Denkmal inmitten der Anlage. Die Comenius-Skulptur wurde 1992 vom Bildhauer Josef Vajce geschaffen. Bis Anfang der 70er-Jahre stand hier mit der „Richardsburg“ eine üble Mietskaserne. Es wurden verschiedene Konzepte für das 1,2 Hektar große Gelände erwogen, im Juli 1995 eröffnete man den Garten. Geht man den Weg mit all seinen Stationen, teils esoterisch wirkenden Zeichnungen und Gebilden, folgt man dem Lebenslauf eines Menschen. So soll die Gartenlaube beispielsweise das „Seelenparadies“ verkörpern.