Bühnencheck

Schwestern im Geiste

Die Brontë Schwestern waren die literarischen Superstars des 19. Jahrhunderts.

Bis heute gehören ihre Romane zu den meistgelesenen Klassikern. Nicht zuletzt, weil Stephenie Meyers „Twilight-Vampire“ einen erneuten Brontë-Boom ausgelöst haben.

Uraufgeführt im März dieses Jahres, wurde die fesselnde musikalische Zeitreise „Schwestern im Geiste“ von Thomas Zaufke und Peter Lund nun wieder in der Neuköllner Oper aufgenommen. Die Koproduktion mit der Universität der Künste ist ein Glücksfall. Zeigt sie doch in der Regie von Peter Lund auf spannende unterhaltsame Weise, dass auch moderne Frauen oft für ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben kämpfen müssen.

Anfangs ist der Kontrast zwischen Gestern und Heute noch groß. Charlotte, Emily und Anne (wunderbar stimmstark: Katharina Abt) leben in bescheidenen Verhältnissen im ländlichen Yorkshire. Milly und Aydin, die in einer anderen Epoche leben, steht hingegen die Welt offen. Partygirl Milly scheint ihr Abitur in den Sand zu setzen, während die kluge Aydin unter Familienzwang noch vor den Prüfungen abgeht, um zu heiraten. Gespielt und gesungen von den diesjährigen Absolventen des Studiengangs Musical der UdK, ist die Inszenierung am stärksten, wenn sich die Gegenwart direkt mit dem 19. Jahrhundert verzahnt. Dann treffen aktuelle Probleme auf gelebte Geschichte. Klasse!

Neuköllner Oper Karl-Marx-Str. 131-133, Neukölln, Tel. 68 89 07 77, Termine: 11.–14., 18.–21., 26.–28.12., 2. & 3.1. um 20 Uhr, 9 bis 24 Euro