Straßennamen

Invalidenstraße

An der Invalidenstraße in Mitte liegen viele berühmte Bauten, darunter der Hamburger Bahnhof, der Hauptbahnhof, das Naturkundemuseum und die Charité.

Der Straßenname hat jedoch mit einem Gebäude zu tun, das in einer Seitenstraße liegt. Das Invalidenhaus an der Scharnhorststraße wurde von 1745 bis 1748 erbaut. Im November 1748 eröffnete König Friedrich II. die Heimstätte für Kriegsinvaliden aus den Schlesischen Kriegen.

Der Ort war bewusst gewählt: nahe der Charité und – damals noch – mit Blick in die Landschaft. Mehr als 500 dienstuntaugliche Soldaten und ihre Angehörigen erhielten im Invalidenhaus Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und ärztliche Betreuung. Die Einrichtung wurde mit Landbesitz und Barvermögen ausgestattet. Das Invalidenhaus bildete eine selbständige Gemeinde.

In den 1930er-Jahren musste die Stiftung Invalidenhaus Berlin nach Frohnau umziehen. Ihr Gebäude an der Scharnhorststraße wurde der benachbarten militärärztlichen Akademie zugeschlagen. Von 1945 bis 1949 nutzte die Rote Armee das Haus als Militärlazarett. Später wurde es Schwesternwohnheim. Heute ist das inzwischen sorgsam restaurierte Invalidenhaus Sitz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.