Drama

Ihr müsst mehr miteinander reden!

Ein Episodenfilm, der trotz vieler Stars leider völllig kalt lässt: „Third Person“

Drei Städte. Drei Paare. Das hört sich nicht nur nach Reißbrett an, das sieht auch so aus. In Paris versucht ein Schriftsteller (Liam Neeson), sich eine Schaffenskrise mit seiner Geliebten (Olivia Wilde) zu vertreiben. Die aber hat ein Geheimnis und kann sich ihm nicht anvertrauen. In Rom lernt ein Amerikaner (Adrien Brody) auf Geschäftsreise eine offensichtlich mittellose Italienerin kennen, der er spontan unter die Arme greift. Doch die Frau hat ein Geheimnis, das sie ihm nicht anvertraut. Und in New York kämpft eine junge Frau (Mila Kunis) um das Sorgerecht ihres Sohnes, kommt dabei aber allenthalben zu spät und macht es dem Vater des Kindes (James Franco) ziemlich leicht. Zumal da noch ein Geheimnis ist, das nicht gleich offenbart wird.

Paul Haggis galt einmal nach seinem Drehbuch zu Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ als einer der großen Innovateure Hollywoods. Dass sein eigenes Regiewerk „L.A. Crash“ dann sogar den Oscar als Bester Film gewann, lag aber nur daran, dass die Filmacademy in Los Angeles sich in dem Jahr nicht getraut hat, dem mit allen Preisden bedachten Schwulenwestern „Brokeback Mountain“ auch die wichtigste Trophäe zuzugestehen.

„L.A. Crash“ zeichnete sich immerhin durch ein Geflecht kleiner Geschichten an, die alle von Aggression handelten und sich in einem großen Finale entluden, wobei Haggis meisterlich die Fäden zusammenzog. „Dritte Person“ wirkt dagegen wie ein müder Abklatsch und das, was man gemeinhin ein Star-Vehikel nennt. Lauter Schauspieler, die wir gern sehen, die sich aber sichtlich abmühen müssen.

Die ganze Zeit wartet man darauf, wie die Stränge zusammengehören oder ob sie nicht alle nur Kopfgeburten des Schriftstellern sind. Aber das ist eigentlich ziemlich egal, weil Haggis über seinem Reißbrett das Wichtigste vergessen hat: seinen Figuren echtes Leben einzuhauchen. Dagegen kann dann auch der größte Star nichts ausrichten. Nun ja. Wenigstens durfte das Filmteam viel herumreisen.

Drama: USA 2014, 137 min., von Paul Haggis, mit Liam Neeson, Mila Kunis, Adrien Brody, Olivia Wilde, James Franco

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