Stadt-Runde

Unterwegs im alten Villenviertel von Lankwitz

Unsere Runde starten wir am Bahnhof Lankwitz. Wir verlassen den Bahnhof an der Leonorenstraße und sehen auf der gegenüberliegenden Seite die „Käseglocke“ mit dem dahinterliegenden Bernkastler Platz.

Vor 100 Jahren wurde die Anlage von dem Architekten und ersten Baustadtrat in Steglitz, Fritz Freymüller, geplant. Der mit Pappeln umsäumte Platz wird wegen der Rosenbeete auch Rosengarten genannt.

Die Käseglocke, heute ein Jugendfreizeitheim, war ursprünglich als Wohnhaus gedacht. Es ist eines der wenigen Häuser in Lankwitz, die noch weitgehend im ursprünglichen Zustand sind. Im August 1943 wurden durch Bombardierungen etwa 85 Prozent der Häuser zerstört.

Nach 1945 baute man viele Mietshäuser, dazwischen stehen vereinzelt herrschaftliche Villen vom Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Kaulbachstraße lässt sich das gut sehen. Einen Eindruck, wie die Straße früher aussah, geben die Villen mit den Hausnummern 16 und 33. Die Kaulbachstraße erreichen wir, wenn wir unter der S-Bahn hindurch und nach links gehen.

Nach einer Weile treffen wir auf die Beethovenstraße, in die wir rechts einbiegen. An ihrem Ende geht es links in die Callandrellistraße. Auf der linken Seite sehen wir nun die imposante Siemens-Villa, ebenfalls entworfen von Fritz Freymüller.

Ursprünglich wurde sie für den Unternehmer Friedrich Christian Correns erbaut, nach dessen Tod kaufte sie 1924 Werner Ferdinand von Siemens, einer der drei Vorstände der Siemens & Halske AG, aus der der spätere Siemens-Konzern hervorging. Auf dem Anwesen, das heute von der Business School Berlin Potsdam und der Medical School Berlin genutzt wird, ließ Siemens einen Konzertsaal anbauen, der noch heute als Aufnahmestätte genutzt wird. Bis 2010 war die Villa Sitz des Deutschen Musikarchivs.

Wir gehen in die Gärtnerstraße, eine Doppelallee mit großem Birkenbestand. Am Ende biegen wir in den Jungfernstieg und sind nun in Lichterfelde Ost. Am Jungfernstieg 19 sehen wir die Villa Folke Bernadotte. Im heutigen Jugendzentrum saß von 1928 bis 1945 das Forschungslaboratorium für Elektronenphysik, wo die erste vollelektronische Fernsehübertragung der Welt gelang. Nach dem Krieg war in der Villa einige Jahre ein Jazzclub.

Zum Abschluss unserer Runde, vor dem S-Bahnhof Lichterfelde Ost, empfiehlt sich noch eine Stärkung im Café Rosenduft am Jungfernstieg 4b.