Kunst

Beckmann stürmische Nordsee

Tiefdunkle Wolken formieren sich am Himmel, die Wellen tragen Schaumkronen, ein Zeichen für raue See, der Holzweg zum Strand ist menschenleer.

So malte Max Beckmann 1937 die „Stürmische Nordsee (Wangerooge)“, eines seiner letzten Bilder, bevor er Deutschland endgültig den Rücken kehrte und sich ins Exil begab, zunächst nach Amsterdam, später in die USA. Noch bevor die Ausstellung „Entartete Kunst“ in München mit zahlreichen seiner Werke eröffnet wurde, brachen er und seine Frau nach Amsterdam auf. Deutschland sollte Beckmann danach nie wieder betreten.

Mit einem Schätzwert zwischen 800.000 und 1.200.000 Euro ist das Gemälde von Beckmann das Spitzenlos der diesjährigen Herbstauktion der Villa Grisebach. In acht Auktionen bis zum 29. November werden 1438 Kunstwerke versteigert. In der Abendauktion mit „Ausgewählten Werken“ stehen neben dem Beckmann-Gemälde Werke von Lovis Corinth, Otto Dix, Lyonel Feininger, Max Liebermann, Wassily Kandinsky und vielen anderen zum Verkauf, darunter auch hochwertige Papierarbeiten des deutschen Expressionismus.

Als besonderes Ereignis werden die neuen 400 Quadratmeter großen Räumlichkeiten in einem Gebäude neben dem Stammhaus mit einer Auktion unter dem Titel „BRD – Zeitgenössische Kunst aus Deutschland“ eingeweiht. „Damit setzen wir ein Signal, wie wichtig die zeitgenössische Kunst in der Villa Grisebach künftig sein wird“, erläutert der Leiter der Abteilung, Daniel von Schacky.

Villa Grisebach, Fasanenstr. 25., Herbstauktion: bis 29. 11.