Kunst

Ein buntes Malerleben in Berlin

Sie wohnt heute noch dort, wo sie aufgewachsen ist. Rita Preuss ist in Charlottenburg nahe dem Savignyplatz zuhause.

Hier steht die Malerin, die als Technische Zeichnerin begann, bevor sie in Berlin bei Max Pechstein studierte, auch mit 90 Jahren noch gerne an der Staffelei. Ihre figurativen Bilder erzählen von der Stadt-Architektur, ihren Bewohnern, nicht zuletzt von ihr selbst.

In originellen Selbstporträts hat sie sich ins Auge gefasst – mit einem Kochtopf auf dem Kopf und Petersilie im Mund oder mit Ringen an jedem Finger. Dabei ist die bodenständige Künstlerin mit der ernsthaften Miene keine Selbstdarstellerin. Im Willy-Brandt-Haus wird zum 90. Geburtstag der Berlinerin ein belebender Querschnitt durch die „Zauberbilderwelt“ der Hannah-Höch-Preisträgerin des Jahres 2000 gezeigt. Draußen vor der Tür, in ihrer Heimatstadt, hat sie über die Jahrzehnte immer wieder auch in öffentlichen Gebäuden ihre Spuren hinterlassen. Ihre Wandbilder und Mosaike schmücken Bibliotheken, Krankenhäuser, Schulen. 60 Gemälde und einige Zeichnungen wurden für die Schau „Berlin ist meine Mitte“ ausgewählt: außergewöhnliche Stillleben, etwa die leuchtende „Pelzkammer“ oder die duftige „Hutschachtel“, meditative Landschaften, Stadtansichten wie die rote „Oberbaumbrücke“, Selbstporträts und markante Menschenbilder.

Willy Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Di bis So 12 bis 18 Uhr. Bis 7. Dezember.